Bernhard Häussner
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Software installieren in OpenSUSE - war niemals einfacher

08.03.2009, 16:28

Wenn mir auch einige Dinge an meinem neuen System noch nicht so gut gefallen, sehr gut finde ich die Möglichkeiten zum Installieren von neuer Software.

Musste man früher noch langwierig den Paketmanager laden und sämtliche Community-Repositories laden, nur um ein einziges Paket zu suchen und dann vielleicht doch nicht zu finden, reicht nun für Standardpakete das klassische Softwaremanagement mit wenigen Repositories (läd viel schneller).

Bei spezieller Software bietet sich die Software-Suche an, mit der man für fast alles 1-Klick-Installationen findet. Sogar in den Google-Suchergebnissen habe ich schon direkt eine 1-Klick-Installation gefunden. Fast schon beängstigend Umweg los.

Sogar auf der CLI ist das Installieren einfach. Tippt man einen Befehl ein, der nicht installiert ist, wird das sofort angezeigt mit dem Befehl zum installieren. Besser geht es fast gar nicht.

So muss man hoffentlich nicht oft nach Abhängigkeiten suchen, um dann Sachen selber bauen zu können.

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OpenSUSE 11.1 gibt sich zickig...

08.03.2009, 12:50

In den Letzten Tagen kam ich dazu, manchmal freiwilliger, manchmal weniger, einiges neues an Hardware u. Software zu testen. Darunter Dell, Vista, KDE4. Hier mal ein paar Dinge zu OpenSUSE 11.1 mit KDE 4.1, hauptsächlich was GUI und Apps angeht.

OpenSUSE 11.1

Der erste Eindruck von KDE 4.1 usw. war wirklich etwas ... durchwachsen. Direkt nach der Installation wollte Linux erstmal nicht booten, sondern irgendwas mit meiner Festplatte machen, was ewig gedauert hat und am Ende doch abgebrochen ist. Dann ist Firefox abgestürzt, und meine .bashrc konnte KDE außer Betrieb setzten. Plasma war auch einmal eingefroren und entstellt.

Dann beginnt man sich nach Vorteilen umzusehen - was davon hatte ich eigentlich im guten alten KDE 3 nicht besser? Gut es sieht anders aus, aber bei KDE 3 hatte ich zumindest den Style von GTK, GNOME und KDE Anwendungen einheitlich und zentral einstellbar. Und KDE4 kommt jetzt mit seinen nervig-runden Buttons überall.

Plasma: Ok ich kann alles einstellen. Konnte ich auch schon vorher. Sogar teilweise schneller. Dolphin: Wo sind die ganzen tollen Plugins (z.B. für SVN) hin? Okular: Kannte Firefox am Anfang nicht (jetzt schon). Compiz: Kann man nicht mehr so leicht einstellen, wo ist der CCSM? Ich erinnere mich noch als Compiz noch Productivity brachte, leider nicht so in KDE4, wo eigentlich nur noch Effekte zu sehen sind, aber kein Nutzen dahinter. Alles ist so kompliziert und langwierig wie am Mac.

Naja, irgendwie nett sind die neuen Anwendungen, der Physik-Simulator Step, 3D-Glubus Marble usw. Auch die Widgets sind nicht schlecht, auch wenn die Widgets, die ich zurzeit verwende, alle nicht allzu schön benutzbar sind: Das Twitter Widget zeigt den Text teilweise übereinander an, der Rechner lässt sich kaum mit der Tastatur bedienen und der „Bilderrahmen“ hängt auch nur auf dem Desktop herum.

Auch andere Dinge nerven: KMail hat keine globalen Kurzbefehle, weshalb ich die häufig benutzte Taste an meiner „Multimedia-Tastatur“, nämlich die Mailtaste, nicht mehr verwenden kann - unter KDE3 lief das ohne Konfiguration einfach so. Zum Glück macht des der neue KRunner wieder wett - Alt+F2, Name eintippen, Email anwählen und schon kann man los schreiben. Wenn KRunner nicht abstürzt, was in 70% der Fälle auch passiert.

Im Texteditor gibt es den Befehl Rückgängig nicht mehr im Kontextmenü. Es gibt keine Methode schnell etwas mit der Maus rückgängig zu machen. Man muss den Button in der Toolbar nehmen oder an die Tastatur. Das dauert mindestens 10x so lange. Das hat nichts mit einfach oder übersichtlich zu tun, sondern raubt wertvolle Zeit.

Der Menüeditor lässt sich nur noch vom Kontextmenü der Gecko-Taste aufrufen und nicht überall im Menü.

Immerhin funktioniert mit dem neuen Kernel ACPI wieder, auch wenn das Suspend to Disk nicht immer klappt. Außerdem habe ich mal einen kurzen Blick auf KDE 4.2 geworfen, wo sich einiges hiervon verbessert hat und da die nächste OpenSUESE-Version 11.2 schon KDE 4.3 beinhalten wird, denke ich, hoffe ich, bis dahin hat sich einiges verbessert.

Ich denke ich werde hier nach und nach Verbesserungen hinzufügen können.

Vista

Da der Ruf Vista vorauseilt, sieht man es nicht oft irgendwo installiert. Eigentlich setzt es sich nur ganz langsam durch, weil es auf neuen Computern eben installiert ist - eigentlich schon Zeugnis genug. Mit einem Laptop kam eben jetzt auch Vista ins Haus. Und der erste Blick ist etwas erfrischender als bei KDE. Wirklich stolz scheint Microsoft ja auf seine blurrigen Fenster zu sein, die sieht man überall. Doch vor allem die Software, die Dell da noch so mit liefert, macht nochmal den Wow-Effekt aus. Denn für den Fun-Faktor (für was anderes benutzt man sonst Windows xD) punktet die Dell Webcam Anwendung. Sie hat eine eingebaute Gesichtserkennung, die in realtime Augen, Mund usw. erkennt und verzerrt. Außerdem kann man zwischen Bärten, Brillen, Frisuren, Haaren und Hüten wählen um sich mal so richtig „rauszuputzen“. Das ganze kann man dann auch gleich mitfilmen und auf youtube laden:


Dell Webcam Fun

Es gibt übrigens auch noch andere spaßige Sachen die man mit einer Webcam andfangen kann: Argumented Reality und Slit Scan.

Nicht schlecht ist auch, dass Dell ein „Dock“ mitliefert, in dem Programmstarter als Symbole kategorisiert abgelegt werden können. Denn obwohl man bei Vista eine Suche im Startmenü hat, eine richtig gute Übersicht auch über seltenere Programme kann eigentlich nur eine Kategorisierung bieten.

Wenn ich mich entscheiden müsste, zwischen Vista und OpenSUSE würde ich wahrscheinlich trotzdem OpenSUSE nehmen...

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Ramdisc - Maximum Performance

05.11.2008, 21:09

Wow, wow, wow. RAM wird diese Tage immer billiger, man bekommt die 8 GB schon für um die 80 Euro. Wer es wirklich übertreiben will kann natürlich auch auf die 32 GB kommen. Da fragt man sich dann auch langsam, wohin mit dem ganzen RAM. Wenn ich ehrlich bin, komme ich mir langsam ein bisschen seltsam vor mit meinen bescheidenen 2 GB. Aber auf der anderen Seite brauche ich meist nichtmal die zwei, und was soll man dann mit den übrigen 30 GB RAM machen? Da kommt dann z.B. die Ramdisk ins Spiel:

Anstatt die Dateien auf den langsamen Festplatten zu lassen, kann man sich natürlich eine flash-Festplatte kaufen. Aber wenn der RAM für heutige Anwendungen sowieso eher überdimensioniert ist, warum nicht gleich auf den RAM schreiben? Ein Nachteil: Man muss den Platz auf der Festplatte reservieren für Backups und Reboots. Denn sollte man seinen Rechner mal neu starten sind die Daten, da im RAM, eigentlich weg. Noch ärgerlicher, wenn der Saft weg beleibt. Doch mit ein paar kleinen Tricks kommt man da auch drum rum.

Doch erstmal zum Einrichten der Ramdisk (unter OpenSUSE). Da OpenSUSE anders als z.B. Debian standardmäßig keine Ramdisks zur Verfügung stellt, reicht uns für den Anfang eine kleine (1 GB) tmpfs-Partition. (Verzeichnisse natürlich angleichen)

mkdir ramd
cat /etc/fstab
cat /etc/fstab > fstab.txt
echo 'tmpfs /home/amoebe/Desktop/ramd tmpfs size=1g 0 0' >> /etc/fstab
mount /home/amoebe/Desktop/ramd/
df -T ramd/
# Ausgabe:
# Dateisystem   Typ    1K-Blöcke   Benutzt Verfügbar Ben% Eingehängt auf
# tmpfs        tmpfs     1048576         0   1048576   0% /home/amoebe/Desktop/ramd

Na also. Kaum kopiere ich eine größere (~700 MB) Datei in das Verzeichnis, sehe ich im Systemmonitor, wie der ausgelastete RAM-Platz hoch geht... Nachdem ich nun 2 Kopien der Datei habe, eine auf der Festplatte und eine im RAM, lasse ich md5sum als Benchmark drüber laufen. Zuerst die Datei auf der Festplatte:

time md5sum groß.avi 
# 75dd50ae473ccba7e082aaa681853919  groß.avi 
# 
# real	0m29.759s
# user	0m1.956s
# sys	0m0.768s
time md5sum groß.avi 
# 75dd50ae473ccba7e082aaa681853919  groß.avi 
# 
# real	0m21.963s
# user	0m1.728s
# sys	0m0.584s

Wie man sieht, jedes Mal so um die 30 Sekunden. Doch ich musste leider mit ansehen, wie der Inhalt meiner schönen Ramdisk auf der Festplatte in den Swap geschrieben wurde, da die Datei sonst nicht mehr in den RAM gepasst hätte.

Jetzt wollte ich natürlich wissen, wie schnell die Ramdisk ist. Beim ersten Aufruf konnte ich schön den Swap zurück auf 0 gehen sehen, was natürlich auch einige Zeit in Anspruch genommen hat:

time md5sum vtemp/groß.avi 
# 75dd50ae473ccba7e082aaa681853919  ramd/groß.avi 
# real	0m35.570s
# user	0m2.128s
# sys	0m2.168s

Nicht sehr überzeugend. Doch die Ramdisk war ja nicht im RAM, konnte also nicht ihre ganze Stärke ausspielen. Doch jetzt, da wir die Datei wieder im RAM haben, sieht das Ganze schon besser aus:

time md5sum vtemp/groß.avi 
# 75dd50ae473ccba7e082aaa681853919  ramd/groß.avi 
# 
# real	0m2.536s
# user	0m2.040s
# sys	0m0.416s
time md5sum vtemp/groß.avi 
# 75dd50ae473ccba7e082aaa681853919  ramd/groß.avi 
# 
# real	0m2.444s
# user	0m1.984s
# sys	0m0.436s

Das bedeutet, wenn wir eine Ramdisk benutzen müssen wir noch mindestens so viel Platz im RAM lassen, wie unsere normale Arbeitsumgebung benötigt. Interessant, dass md5sum keine Kopie der Datei im RAM gemacht hat.

Jetzt könnte man natürlich noch mit einem Cronjob die Ramdisk regelmäßig mit der Festplatte abgleichen. Oder mit einem SVN-Repositry. Dann kann man sogar Änderungen verfolgen und rückgängig machen. Beim Herunterfahren kopiert man den Inhalt der Ramdisk auf die Felsplatte und lädt ihn beim hochfahren wieder. Das könnte natürlich bei größeren Datenmengen etwas lästig werden, aber wenn man einen Suspend-Hook bastelt, der den Inhalt kurz mit dem Repository abgleicht, dann kann man den Computer beruhigt in Suspend 2 RAM fahren ohne dass Datenverlust zu befürchten ist, falls doch mal jemand übers Kabel stolpert o.ä.

Interessant könnte es natürlich werden, wenn man beim Booten alle Programme in die Ramdisk speichert. Also mein gesamtes OS mit allen Programmen hat zurzeit 9,1 GB. Bei den 8 GB wird es also ein bisschen sehr knapp, aber bei 12 GB sollte es schon ganz gut klappen. Dann will ich gar nicht wissen, wie schnell sich die Programme laden.

Andrerseits ist das alles irgendwie noch ein bisschen sehr aufwändig, da lasse ich lieber alle Programme laufen und baue mir ein ordentliches RAID5 auf, dann kann (fast) nichts schief gehen, und schnell ist es auch noch. Wenn ich allerdings mal ein größeren RAM habe und dann an einer größeren Datei arbeite, vor allem mit unterschiedlichen Programmen, aber nicht gleichzeitig, könnte ich auch die Ramdisk zurückgreifen. Beim Filme schneiden könnte das äußerst nützlich sein.

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Compiz Fusion Update

01.11.2008, 15:02

Am Donnerstag war es mal wieder so weit: Alle Software wieder auf den neuesten Stand bringen. Spektakulärer als die Updates von GIMP, Blender, kernel, nVidia-Treiber, OpenOffice 3 und Firefox war auf jeden Fall Compiz mit seinen neuen Effekten:

Gleich beim ersten Mausschubbser merkt man, dass sich die Performance deutlich verbesset hat. Könnte natürlich auch daran liegen, dass ich meien Graphiktreiber von 100.~ auf 173.~ geupdated habe. Wie auch immer: Während sich vorher der Cube schon bei aktivierter Transparenz mit einer gefühlten Framerate von um die 20fps bewegt hat, muss mann nun den Gauss-Weichzeichner ordentlich hochdrehen um an ähnliche un-Sanftheiten zu kommen.

Achja, der Gauss-Weichzeichner ist (zumindest für mich) auch neu. Die transparenten Titelleisten der Fenster sind jetzt also „blury“. Doch damit nicht genug. Das Terminal urxvt (über YAST2 installierbar) kann, im Gegensatz zu konsole, dem Windowmanager eine RGBA-Farbe als Hintergrund weitergeben. Dann stellt man nur noch in Compiz ein, dass entsprechende Fenster ihre Hintermänner bluren sollen und schon hat man ein optisch äußerst ansprechendes Milchglas-Terminal. Man kann sogar die Schrift etwas schönen und den hässlichen Rahmen entfernen und fasst dann die Konfiguration in diesem Aufruf zusammen:

urxvt -g 125x30 +sb -depth 32 -fg black -bg rgba:9999/9999/9999/9999 -T 'blurry urxvt' -fn 'xft:DejaVu Sans Mono-11:dpi=81' -b 0

Ein bisschen rückständig ist nur der neue Konfigurator (CCSM). Um es n00bies einfacher zu machen, das Ganze zu konfigurieren, kann man jetzt zwar einfach, aber nicht mehr so flexibel konfigurieren. Alle Aktionen lassen sich jetzt nur entweder mit der Tastatur, der Maus, oder Bildschirmecken initiieren. Das bedeutete für mich, das ich leider meine frühere (tolle) Konfiguration aufgeben musste. Damals konnte ich mit der Maus in die untere linke/rechte Bildschirmecken fahren, und die Arbeitsfläche hat nach links/rechts gewechselt. Jetzt wechsle ich die Arbeitsflächen, indem ich am Bildschirmrand scrolle. Das hat zwar den Vorteil, dass man schneller umkehren kann, wenn man zu weit gewechselt hat (ist mir früher oft passiert, dann musste ich nochmal um den ganzen Cube wandern), aber leider ist das mit der Richtung nicht so intuitiv, schließlich kann ich nicht seitlich scrollen.

Ein richtig neues Feature dürfte die Würfel-Deformation sein. Da fragt man sich wirklich warum das Teil noch Würfel heißt. Anfangs hatte er immer 6 Seiten. Bei mir haben die 4 Desktops aber nie gereicht, deshalb hatte ich traditionell ein Prisma mit 5 Desktops. Außerdem waren ja wohl die Seitenlängen nie gleich lang, allein wegen des Bildformats des Monitors (16:10).

Jetzt kommt noch erschwerend hinzu, dass es mit dem neuen Plugin möglich ist, den Würfel beim Drehen in einen Zylinder oder eine Späre zu pressen. Der Zylinder ist eigentlich ganz hübsch, deswegen bei mir jetzt auch Standard. Mit der Späre konnte ich mich nicht so anfreunden. Sieht zwar wirklich mega-futuristisch aus, aber passt eben nicht so wirklich mit den rechteckigen Fenstern und Desktops zusammen.

Naja, immerhin fällt beim fröhlichen Rotieren auch ein weiterer neuer Effekt auf: Die schwebenden Fenster. Während man den Würfel dreht, kleben die Fenster nicht, wie früher, platt am „Würfel“, sondern biegen sich nun in einiger Entfernung um z.B. die Späre. Damit kann man auch besser versteckte Fenster erahnen.

Eigentlich habe ich mir vom Compiz-Update kaum etwas erhofft, doch meine Erwartungen wurden mal wieder übertroffen und die Zylinder-Verformung ist hübscher als ich dachte.

Noch ein kleiner Tipp: In der neuen Version hat Compiz seinen eigenen Screenshot-Event auf die Taste „Drucken“ gelegt, und überschriebt damit manchmal die Standardeinstellung von KDE mit gnome-screenshot, was normal auf KDE-Systemen nicht installiert ist. Damit man in KDE wieder auf Knopfdruck Screenshots machen kann, einfach unter General Options > Commands > Screenshot commands bei Screenshot command line folgendes eingeben: ksnapshot und bei Windows screenshot command line muss ksnapshot -c stehen. Dann sollte alles wie gewohnt klappen.

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Kate - mein geliebter Editor

27.10.2008, 22:54

Man hat als (Web-)Developer ja immer ein bisschen das Problem sich eine geeignete Arbeitsumgebung zu schaffen, weil es einfach nicht „die“ IDE gibt. Als Ruby on Rails Benutzer hat man die Wahl zwar sehr leicht, wenn man sehr ausgefallen ist und Java verwendet, führt fast nichts an Eclipse vorbei, doch ich bleibe lieber bei PHP. Und da ist der Markt irgendwie sehr unübersichtlich:

Natürlich zählen Subversion, CVS, vi, Apache und MySQL ganz gut zur Entwicklungsumgebung, aber ich will hier eher auf das Programm eingehen, das man am häufigsten braucht: Den Code-Editor.

Um PHP zu entwickeln kann man natürlich auf die - meist rudimentären - Möglichkeiten des ein oder anderen HTML-Editors zurückgreifen. Nur ist für mich ein HTML-Editor nicht mehr so aktuell, da ich HTML irgendwie fast im Schlaf beherrsche. Ich will nicht mehr unbedingt die Buttons für Überschriften usw. , oder gar einen WYSIWYG-Editor. Denn heutzutage braucht man für das Layout fast nur divs und den Content kann man ja dann wieder mit dem HTML-Editor oder im CMS basteln... wenn man will.

Dann gibt es natürlich auch diverse spezielle PHP-Editoren mit nettem Syntax-Highlighting und erweiterten Ersetzungs-Features. Diese sind teilweise mit Datei-Outlining, Projektverwaltung und ähnlichem Schickschnack voll gepackt, dass sie schon fast überladen wirken. Die Spitze des Eisbergs bildet hier wohl das hochwertige Programm UltraEdit, das auch gleich noch FTP-Client, SQL-Tools und viele weitere Features oben drauf setzt.

Jedoch sind diese PHP-Editoren kaum noch zu gebrauchen, wenn man etwas anderes als PHP, HTML usw. machen will. Hier kommt dann Kate ins Spiel. Der erweiterte KDE-Editor kann die Syntax von fast allen denkbaren Programmier- und Auszeichnungssprachen, farblich hervorheben. Darunter HTML, XML, PHP, SQL (sogar MySQL/PostgreSQL-spezifisch), Apache-Konfiguration, CSS, JavaScript, und ausgefallenes wie MediaWiki. Hinter Kate steckt also ein sehr allgemeiner Ansatz. Damit kommt einher, dass man leider auf direkte Implementierung für FTP-Client, Dokument-Outline oder anderes sehr PHP-spezifisches verzichten muss.

Doch das wird eigentlich recht schnell mit der Terminal-Funktion ausgehebelt. Über diese lassen sich dann letztendlich auch SVN oder CVS und eigentlich alle Kommandozeilenprogramme benutzten. Das Terminal cd"ed auch automatisch in den Ordner der gerade offenen Datei.

Das Terminal ist aber nur ein Beispiel, wie sich Kate perfekt in KDE bzw. „Linux“ integriert. Man kann auch Datei-übergreifend suchen und in einer Sidebar in Ordnern browsen. Achja, diese „Ordner“ beinhalten natürlich auch FTP, Webdav, Zip- und komprimierte Tar-Archive, sowie weitere Protokolle. Eben alle Protokolle, die z.B. Konqueror durch die KIO-Slaves auch kann. Dank SFTP kann man sogar auf Servern arbeiten, wo man nur ssh-Zugriff hat, das bedeutet nie wieder Putty- oder CLI-Herumirren.

Natürlich hat Kate auch sonst fast alle Funktion, die man sich so wünschen kann. In Tabs oder der Sidebar können mehrere Dokumente offen sein, an denen man parallel arbeiten kann und die alle gleichzeitig gespeichert werden können. Die offenen Dokumente werden dann in der Sitzung gespeichert. Auch Rechtschreibprüfung, auto-Vervollständigung, automatische Einrückung (mehrere Stile), und Ersetzen mit regulären Ausdrücken gehören zum Editor.

Besonders hilfreich ist auch immer die Integration mit Klipper. Klipper ist unter KDE ein Hilfsprogramm für die Zwischenablage. Es merkt sich automatisch den letzten markierten Text, der dann mit mittlerer Maustaste eingefügt werden kann. So ist sehr schnelles Copypaste möglich. Besonders nützlich kommt dann auch die History-Funktion von Kipper: Über eine Einfügen-Taste in der Symbolleiste kann man ein Menü öffnen und von dort aus den letzten markierten Texten wählen. Wenn man also im Internet oder in der Dokumentation recherchiert, markiert man einfach hin und wieder Funktionen oder Codesnippets die vielleicht nützlich sein könnten. Dann kann man sie später, dank Klipper, wieder aus dem Menü wählen und schnell in den eigenen Code einfügen. Das hilft enorm weiter, wenn man viel mit APIs arbeitet, oder mit altem Code, oder die Dokumentation braucht, oder, oder, oder... eigentlich immer.

In Kate habe ich irgendwie meinen perfekten Editor gefunden. Nicht so überladen, allgemein brauchbar. Nur manchmal fehlt eben noch ein bisschen das Eclipse-Feeling:

Als kleiner Ausblick: Ich habe eigentlich noch keinen PHP-Editor gefunden, der Ordentlich auto-Vervollständigen betreibt. Von Eclipse kennt man das ja, dass man fast immer das Vorgeschlagen bekommt, was man eigentlich wollte. Nut mit PHP hat das noch keiner so recht hin bekommen. Die Sichtweite ist irgendwie immer falsch, includes und autoload fast unerreichbar. Die Anzeige der Dakumentation in der Vervollständigung bei Eclipse habe ich auch immer sehr geschätzt. Wie auch immer, man muss immer seine Klassen und Funktionsaufrufe im Kopf haben, was bei großen Projekten mit vielen Includes sehr schnell zum Problem werden kann. Auch das „refractoring“, hier das Projektübergreifende Umbenennen von Variablen, Funktionen etc. kommt manchmal sehr praktisch zur Hand - in Eclipse. Bei Eclipse kann man auch mit klick auf die Variablen/Klassen zu ihrer Deklaration kommen, was sehr viel herum Suchen erspart. Für PHP gibt es derartige „globale Tools“ irgendwie noch kaum. Naja, man kann ja Erweiterungen für Kate schreiben, außerdem ist es OSS.

PS: Wenn ich die Funktion für Bilder im CMS habe, füge ich auch noch ein paar Screenshots ein...

Edit: Die Bilderfunktion ist jetzt da!

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