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XMPP (Jabber) mit Ruby am Beispiel FelicianXMPPBot

FelicianXMPPBot in action
Das Protokoll XMPP für den (Nahezu-)Echtzeitaustausch von XML-Nachrichten (meist verwendet für IM, als „Jabber“) steht in Konkurrenz und Verbindung mit einigen aktuell mehr oder weniger neuen Technologien, die mit XML und realtime zu tun haben, wie RSS/Atom pings, realtime web oder AJAX. Und ein paar Spielereien auf diesem Gebiet können sicher nicht schaden, also habe ich mit XMPP etwas herumgebastelt.
Weil dies mit PHP irgendwie seltsam wäre und David Strohmayers Text und Präsentation über XMPP mit Java noch nicht existierte, habe ich das ganze mit Ruby gebastelt, da gibt es nämlich den Gem xmpp4r, der mit vielen Beispielen kommt. So konnte ich mal ein bisschem mit Ruby herumspielen. (Zwei Fliegen mit einer Klappe usw.)
Aus den Experimenten ist ein kleiner Server geworden, der einen Jabber-Bot betreibt und über ein einfaches TCP-Protokoll erreicht werden kann, sodass aus allen TCP-Fähigen Skripten (bash mit netcat, PHP…) einfach Nachrichten an einen Jabber-Endpunkt versendet werden können.
Code und Funktionalität bestehen aus drei Teilen:
Die Klasse Netx kümmert sich um den TCP-Server und parst das einfache Protokoll: Man schickt Zeilen und beendet einzelne Nachrichten mit einem Punkt, und die Verbindung (und damit auch die aktuelle Nachricht) mit zwei Punkten. So lassen sich die TCP-Clients leicht implementieren.
Die Klasse XmppRoute bietet nur ein wenig Grundfunktion für den Jabber-Bot. Sie vereinfacht Verbinden und Senden noch weiter, zudem extrahiert sie beim Empfang einer Nachricht einen Befehlsteil.
Der Rest kümmert sich um die Verbindung der beiden Komponenten und um das Parsen von Startup-Parametern.
Aber genug der vielen Worte, jetzt folgt der Code:
jabot.rb
#!/usr/bin/ruby
# Felician 0.9 - XMPP Wrapper
# (c) 2009 by Bernhard Häussner
# Licence: GPLv2+ http://www.gnu.org/licenses/gpl-2.0.txt
#
# This jabber wrapper will recieve messages via simple tcp.
#
# Quit by sending "exit" via jabber.
# Send "info" via jabber to get running parameters.
# Send "feedback [msg]" via jabber to post from jabber.
# Connect to specified port and send messages terminated by lone "." in a line to post via TCP.
# Send a line with ".." to quit connection.
#
# Based on xmpp4r-0.5/data/doc/xmpp4r/examples/basic
#
require 'optparse'
require 'XmppRoute'
require 'Netx'
class FelicianXMPPBot
def start(his_JID,my_txt_JID,my_password,listen_port)
puts "FELC: Started. Sending to #{his_JID} from #{my_txt_JID} listening to #{listen_port}."
my_JID=JID.new(my_txt_JID)
netx=Netx.new
XmppRoute.connect(my_JID,my_password) do
on_recieve do |from,cmd,param|
if from.strip.to_s.eql?his_JID then
case cmd.downcase
when 'exit' then
send(from,"-> I've got to go!")
puts "FELC: Got shutdown signal, waiting for children to terminate..."
netx.halt
when 'feedback' then send(from,param)
when 'info'then send(from,"-> Felician sending to #{his_JID} listening to #{listen_port}. ")
else send(from,"-> I don't know: #{cmd} #{param}")
end
else
puts "XMPP: Ignored a message. "
send(from,"Hi, #{from.strip.to_s}. Sorry, could not be deliverd. Try again later! ")
end
end
netx.on_sended do |msg|
send(his_JID,msg.strip)
puts "XMPP: Client message sent. "
end
netx.listen(listen_port)
end
puts "FELC: Shutting down. "
end
end
if $0 == __FILE__
#defaults:
listen_port=2000
his_JID = "bot_admin@gmx.de"
my_txt_JID = "i_am_a_bot@jabber.ccc.de/felician"
my_password = "top_secret"
# cli settings
OptionParser.new do |opts|
opts.banner = 'Usage: ruby jabot.rb -j jid/ressource -p password -t reciever_jid -l port'
opts.separator ''
opts.on('-j', '--jid JID', 'sets the sender jid') { |j| my_txt_JID = j }
opts.on('-p', '--password PASSWORD', 'sets the sender password') { |p| my_password = p }
opts.on('-t', '--to-jid JID', 'sets the message reciever') { |t| his_JID = t }
opts.on('-l', '--listen PORT', 'sets the server listen port') { |l| listen_port = l }
opts.on_tail('-h', '--help', 'Show this message') {
puts opts
exit
}
opts.parse!(ARGV)
end
FelicianXMPPBot.new.start(his_JID,my_txt_JID,my_password,listen_port)
end
XmppRoute.rb
require 'rubygems'
require 'xmpp4r/client'
include Jabber
class XmppRoute
def initialize(jid,pwd)
@cmd=Proc.new { |a,b,c| puts "XMPP: No reciever. " }
@cl = Client.new(jid)
@cl.connect
@cl.auth(pwd)
@cl.send(Presence.new)
puts "XMPP: Connected! send messages to #{jid.strip.to_s}."
@cl.add_message_callback { |m| process m }
end
def close
@cl.close
end
def on_recieve(&cb)
@cmd=cb
end
def send(to,mes)
ms = Message.new(to,mes) # [_CY4_L8-R_4LLY-G4T3-R_]
ms.type = :chat
@cl.send(ms)
end
private
def process(m)
puts "XMPP: Got msg of type #{m.type} / #{m.name} with -#{m.body}- "
if m.type == :chat && ! m.body.nil?
index=(m.body.index(" ") || 0)-1
com=m.body[0..index]
param=(index==-1?"":m.body[index+2..-1])
puts "XMPP: Call #{com} with --#{param}-- (caused from #{m.from})"
@cmd.call(m.from,com,param)
end
end
def self.connect(jid,pwd,&block)
bot=XmppRoute.new(jid,pwd)
bot.instance_eval(&block)
bot.close
end
end
Netx.rb
require 'socket' # Get sockets from stdlib
class Netx
def initialize; @run=true; end
def listen(port)
puts "NETX: Bind to Port #{port}"
#server = TCPServer.open(port)
#only local:
server = TCPServer.open("127.0.0.1",port) # Socket to listen
while @run
# this timeout allows us to kill this lop every few seconds...
begin
session = Timeout::timeout(10) { server.accept }
Thread.start(session) { |c| connection c }
rescue TimeoutError
#puts "NETX: Refreshing TCPServer."
end
end
end
def on_sended(&cb); @client_cb=cb; end
def halt; @run=false; end
private
def connection (client)
puts "NETX: Client conntected..."
client.puts("-- Hello on Felician at #{Time.now.ctime}. ") # Send the helo & time to the client
conn_open=true;
msg_buffer="";
while conn_open do
l = client.gets
if (l.strip.eql?'..') || (l.strip.eql?'.') then
puts "NETX: Client issued a message..."
client.puts("-- accepted. ")
@client_cb.call(msg_buffer)
msg_buffer="";
conn_open=false if l.strip.eql?'..'
else
msg_buffer << l
end
end
ensure
client.puts "-- Closing the connection. Bye!"
puts "NETX: Client disconnect. "
client.close # Disconnect from the client
end
end
Erwartet nicht zu viel von dem Code, ist schließlich mein erster Ruby-Code, abgesehen von einigen Hello-World-Sachen. Funktioniert dafür allerdings erstaunlich gut und könnte sich schon fast eigenen, um z.B. einen Systemadministrator über wichtige Aktivitäten und Warnungen aus den verschiedensten Programmen und Wartungsscripten schnell zu informieren.
Man beachte vielleicht noch das alles in dem Code, was in anderen Programmiersprachen als schlechter Stil gälte, hier eher „the ruby way“ ist ;).
Benutzung
Eine Nachricht von der Shell schicken:
09:15 burny@home:~> echo -e "Hallo Welt\n.." | netcat localhost 2000 -- Hello on Felician at Tue Dec 15 21:16:02 2009. -- accepted. -- Closing the connection. Bye!
Mal sehen, ob ich das Ganze noch weiter entwickle, meistens ist doch das Senden einer ganz normalen eMail einfacher.
Kopete Kryptographie-Modul und Jabber
Wenn Google durch die Straße fährt und den Vorgarten fotografiert, merkt plötzlich jeder, was Privatsphäre eigentlich ist und warum man sie behalten will. Jedoch scheinen Benutzer von IM-Diensten keine Privatspäre zu mögen. Schleißlich könnten die intimen Chats mit der Freundin jederzeit im Internet oder in einem Buch veröffentlich werden, zumindest wenn diese z.B. über ICQ geschehen, nach akzeptiren vorallem des siebten Absatzes der ICQ Nutzungsbedingungen, der eigentlich schon eine rechte Frechheit darstellt. Doch es geht auch anders:
Zum Beispiel mit den offenen Standards von Jabber/XMPP, die im Gegensatz zu den proprietären Netzwerken wie ICQ über eigene Server laufen können und nicht an eine zentrale Stelle gebunden sind. Außerdem gibt es keine räuberischen Richtlinein zu akzeptieren. Diverse Mail-Provider haben eigene Jabber-Server auf denen man schon einen Account hat, wenn man ein Mailpostfach hat, man muss sich also nichtmal „bei Jabber“ (eben nicht, man braucht nur bei einem Server einen Zugang) anmelden.
Dennoch könnte natürlich jemand (am selben WLAN-Hotspot, am Server, zwischen den Servern etc.) unerlaubt und unbemerkt mithören und damit die Privatsphäre wiederum angreifen. Im Extremfall sogar eigene Nachrichten untermischen. Dagegen kann man sich wiederum durch eine geeignete Ende-zu-Ende-Verschlüsselung schützen. Besonders leicht geht das mit GPG und Kopete.
Da man GPG ja zum Schreiben von E-Mails verwendet, hat man mit entsprechend brisanten Kontaktpersonen meistens onehin schon Schlüssel ausgetauscht und diese signiert. Wer noch nie GPG benutzt hat, kann das z.B. hier lernen. Ist GPG eingerichtet und die Schlüssel getauscht, sind die weiteren Schritte eigentlich recht einfach.
Nachdem man in Kopete das Kryptographie-Modul aktiviert hat und den eigenen Schlüssel ausgewählt hat (damit man die eigenen Nachrichten auch lesen kann) muss man noch den Kontakten, denen man verschlüsselt schreiben will ihre öffentlichen Schlüssel zuweisen (über das Kontextmenü). Vorausgesetzt dies geschieht nicht sowieso schon durch die Adressbuchzuweisungen. Bei den anderen Teilnehmern der Konversation müssen diese Schritte natürlich auch durchgeführt werden, sonst werden die Nachrichten nicht wieder automatisch entschlüsselt oder nur in eine Richtung verschlüsselt.

