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Bernhard Häussner
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Frische Zutaten vor die Haustür: Meine erste HelloFresh-Box

19.08.2016, 14:45

Einige kennen es vielleicht: es erscheint ein neues Video in einem abonnierten YouTube-Kochkanal oder man sieht ein cooles Rezept auf Instagram, aber dann werden dort irgendwelche speziellen Zutaten verwendet, die man nicht im Haus hat, und am Ende kocht man dann doch wieder Nudeln mit Pesto. Dieses Problem und noch viele weitere löst HelloFresh, ein Dienst, der wöchentlich frische Lebensmittel inclusive Rezepte nach Hause liefert. Und das ist richtig gut umgesetzt.

Der Versand von Lebensmitteln und Haushaltsprodukten ist in den letzten Jahren richtig aufgeblüht. Einige Discounter bieten bereits Lieferdienste an, z.B. die Lidl-Vorratsbox, und Amazon verschickt seit neuestem Lebensmittel (und weiteres) am selben Tag mit Amazon Prime Now. Diese Angebote kommen jedoch mit Einschränkungen: Amazon beschränkt das eher teure Angebot bisher auf 14 Metropolregionen. Lidl bietet Discounterpreise mit Versandkosten von 4,99€, aber versendet keine frischen Produkte. Diese Dinste lösen nur selten echte Probleme: Für die haltbaren Produkte muss man ohnehin nicht so oft einkaufen und wenn man in einer Metropolregion wohnt, ist der nächste Supermarkt oft nicht weit.

Seit einiger Zeit beziehen wir die Veganbox. Hier wird uns monatlich eine Überraschungskiste mit interessanten veganen Produkte geliefert, die es meistens noch nicht in die Würzburger Supermärkte geschafft haben. Die Produktwebseite bezeichnet dies als „quasi wie jeden Monat Geburtstag feiern“. Da Firmen bezahlen, dass wir ihre Produkte so „entdecken“ können, ergibt sich ein Werbe-Effekt, was die Box sehr bezahlbar (14,90€) macht. Die Sachen sind haltbar, man verwendet sie dann, wenn es gerade passt. Aber es sind eben nur Einzelprodukte, mit denen man ohne Zusätzliches kein Gericht kochen kann. Einkaufen erspart uns das also nicht annähernd.

Wie wäre es mal mit frischen Produkten günstig vor die Haustür? Schon Länger bieten Bauern regional Obst- und Gemüsekisten an, bei denen man wöchentlich eine Auswahl frischer, saisonaler Ware bekommt. Ein tolles, lokales Angebot, das den Waren-Versand quer durch Europa einspart. Aber: Was man mit dem enthaltenen Grün anfangen soll, bleibt dem Kunden überlassen – gerade für Anfänger-Köche eine echte Herausforderung. Wer nur gelegentlich kocht, muss mitunter Reste in den Müll wandern lassen.

Diese Probleme löst das Konzept von HelloFresh. Das Unternehmen mit Sitz in Berlin wurde Ende 2011 gegründet und hat inzwischen fast eine Million Abonnenten, auch über Deutschland hinaus. In einem attraktiv gestalteten Online-Shop bestellt man sich die Lebensmittelkiste. Man wählt Liefertag und -Zeit wählen (Sonntag und Montag sind ausgenommen) und entscheidet zwischen 3 und 5 Mahlzeiten für 2 oder 4 Personen. Eine vegetarische Box ist möglich.

Mein Chef bei den Sophisticates, Julian J. Schrader, hat mir eine kostenlose Box vermittelt, sodass ich das Angebot selbst testen konnte. In der Box findet man dann das Rezept für jede Mahlzeit auf einer praktischen DIN-A5-Karte, die man auch für später aufbewahren kann, und natürlich die Zutaten, wie Nudeln, Obst und Gemüse. Einige wenige Zutaten muss man im Haus haben, z.B. Mehl, Salz und Pfeffer, aber gerade ausgefallene Kräuter werden frisch mitgeschickt. Bei mir waren u.a. dabei: ein kleines Tütchen mit gemahlenen Koriandersamen, frischer Knoblauch und eine Chili. Die Mengen waren genau abgemessen, so musste ich nichts wegwerfen und brauche nicht hunderte Gewürze in der Küche zu lagern, die man dann vielleicht nie wieder braucht.

Und die Rezepte können sich sehen lassen. Ich hatte den „Bollywood-Linsenburger“, ein „Veg´n´Cheese“ und „Jamies Gemüse-Feijoada“, allesamt richtig schmackhaft. Man bekommt hier keine Tütensuppen oder Fertiggerichte. Das bedeutet gesunde Mahlzeiten aus frischen Zutaten, aber auch: Die Zubereitung dauert meistens zwischen 25 und 40 Minuten. Man muss also schon Zeit & Lust zum Kochen mitbringen. Wenn man mal keine Zeit zum Kochen einplanen kann oder im Urlaub ist lassen sich in einem übersichtlichen Online-Kalender Lieferungen aussetzen.

Preislich liegen die Mahlzeiten zwischen 4,50€ und 6.67€ incl. Versand, hier gilt: je großer die Box, desto günstiger pro Mahlzeit. Die kleinste Box kostet 39€ für 3 Gerichte für 2 Personen, also 6 Mahlzeiten. Das liegt irgendwo zwischen Essen fertig liefern lassen und selbst einkaufen. Wenn man selbst einkauft, kann es passieren, dass man größere Mengen kaufen muss, als man braucht, das bleibt einem hier erspart. Für die Burgerpaddies wurde z.B. ein kleines Tütchen Weckmehl mitgeschickt, das bekommt man sonst nur in viel zu großen Packungen und dann braucht man es doch eher selten.

Ich denke, diese Preise sind für den Service ziemlich unschlagbar. Möglich wird das u.a. dadurch, dass nicht viele Mahlzeiten zur Auswahl stehen. Wer sich z.B. glutenfrei ernährt, Allergien hat, gewisse Mahlzeiten oder Gemüse überhaupt nicht leiden kann, schaut meistens in die Röhre. Meine Freundin isst vegan, und während wir zwei von drei Gerichten auch problemlos vegan machen konnten, bringen uns die tollen Rezepte natürlich nicht so viel und ich musste dann z.B. den zusätzlichen Joghurt anderweitig verwenden. Auch die Kühlung beim Transport in Tierwolle ist dann natürlich nicht optimal. Aber: Mir wurde von HelloFresh telefonisch zugesichert, dass an einer veganen Box gearbeitet wird, also gibt es hier vielleicht schon bald mehr Auswahl.

Die Milchprodukte wurden für den Transport mit einem Eisblock in Schafwolle gekühlt. Das funktioniert gut und die Kühlutensilien können dann nach fünf Lieferungen zum Recycling zurück geschickt werden. In meiner Box war auch eine Avocado und Salat, alles optimal frisch. Natürlich darf man sich dann nicht zu viel Zeit bis zum Kochen lassen. Die Portionsgröße ist passabel, die Mahlzeiten hatten zwischen 600 und 800 Kalorien, so bleiben bestimmt keine Reste. Die zwei Portionen von dem Auflauf mit Käse, der nicht vegan war, waren für mich alleine schon an der Obergrenze.

Fazit: Insbesondere für große Haushalte, die es weit zum nächsten Einkaufsladen haben, ist dieser Lebensmittel-Lieferdienst optimal, ebenso für Kochfreudige, die keine Zeit mit dem Einkauf vertrödeln wollen oder mal ohne viel Aufwand etwas neues probieren wollen. Wer nicht gerne Kocht, keine Zeit zum Kochen hat, beim Kochen sparen will, oder eine spezielle Ernährung macht, sollte sich vielleicht etwas anderes suchen. Ich werde mir wahrscheinlich von Zeit zu Zeit eine Box bestellen, wenn ich Lust habe, etwas neues zu Kochen. Für den Alltag ist es mir doch noch zu teuer, etwas Zeit zum Einkaufen kann ich mir nehmen.

20€-Rabatt-Aktion: Es gibt derzeit eine Aktion bei HelloFresh. Wenn Ihr bei der Bestellung diesen Code eingebt BSCC6Z oder auf den Link klickt, erhaltet ihr 20€ Rabatt auf eure erste Box. Außerdem könnt Ihr mich unterstützen, denn ich bekomme dann auch 12€ auf meine nächste Box gutgeschrieben.

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1245678 Mausklicks – Tendenz steigend

24.07.2014, 14:41

Vor einem knappen Jahr habe ich eine neue Maus bekommen, die Mausklicke und Scrollrad-Betätigungen mit zählt. Inzwischen haben sich schon deutlich über einer Million Klicks angesammelt.

Der Maustreiber der Roccat Savu ist sehr umfangreich und hat viele nützliche Funktionen. Zum Beispiel kann die Zeigergeschwindigkeit sehr genau eingestellt werden. Wenn jemand meinen Computer benutzt, findet er die Maus meistens viel zu schnell, aber bei zwei Monitoren muss man sich sonst viel zu weit herumbewegen. Außerdem können die Tasten zu Funktionen und Makros zugewiesen werden. Ich habe z.B. auf die beiden Daumentasten die Funktionen Fenster-Übersicht und Virtual-Desktop-Übersicht vom Better Desktop Tool gelegt, um den Überblick über alle offenen Fenster zu behalten.

Daneben gibt es auch noch ein paar Features, die eher Spielereien sind. Das Licht an der Maus konnte ich so einstellen, dass es orange pulsiert. Und es werden die Klicks gezählt, sowie die Bewegungsdistanz gemessen. Dies ist Voraussetzung für die R.A.D.-Funktion: Hin und wieder ertönt eine Frauenstimme „congratulations, you've earned a trophy“, wenn man z.B. eine gewisse Anzahl an Klicks erreicht hat.

Nun zu den Zahlen. Das hat die Maus bisher an Klicks gemessen:

Linke Maustaste704890 Klicks
Rechte Maustaste498820 Klicks
Mittlere Maustaste33000 Klicks
Daumentasten2150 Klicks
Gesamt1238880 Klicks

Und an Scroll-Schritten:

Hoch493320 Scrolls
Runter888990 Scrolls
Gesamt1382310 Scrolls

Offensichtlich wird öfter gescrollt als geklickt. Die beim Schubsen der Maus zurückgelegte Distanz liegt bei rund 4135 m, also knapp mehr als vier Kilometern, dies alles in den vergangenen rund 240 Tagen.

Daraus ergeben sich ganz erstaunliche Mittelwerte pro Tag. Ich klicke meine Maus durchschnittlich 5162 Mal pro Tag, das bedeutet alle 17 Sekunden einmal, dabei ist all die Zeit, die ich nicht am Computer verbringe mit eingerechnet! An einem Tag bewege ich meine Maus im durchschnittlich 1723 cm weit, und das auf einem Mauspad der Fläche 23x21 cm.


Eine Runde im Spiel League of Legends soll Vergleichswerte liefern.

Nun habe ich mich natürlich gefragt, wie solche Werte zustande kommen. Während bei normaler Büroarbeit wohl hauptsächlich die Tastatur zum Einsatz kommt und die Maus nicht so starkt belastet wird, könnten bei einem Computerspiel die Dinge schon anders stehen. Also habe ich ein League of Legends Match gespielt und die Werte vor und nach der ca. 40-minütigen Runde gemessen. Die Differenzen:

Linke Maustaste190 Klicks
Rechte Maustaste5400 Klicks
Mittlere Maustaste0 Klicks
Daumentasten0 Klicks
Gesamt5590 Klicks

Die Bewegungsdistanz stieg um 21 Meter an.

Man kann jetzt also die Mittelwerte in einem Spiel berechnen. Ich klickte meine Maus in den 40 Minuten 5590 Mal, das bedeutet 140 Mal pro Minute oder je 429 Millisekunden einmal. In einer Minute bewege ich meine Maus im durchschnittlich 53 cm weit.

Wenn wir nun mit diesen Werten gerüstet die Statistik ansehen, dann könnten die gesamten Mausklicks in nur 222 Spielen angesammelt werden, also nicht ganz jeden Tag eines.

Eine weitere Statistik zeigt aber, dass eher selten gespielt wurde:

Wenn ich mehr zocken würde, wäre der Anteil an Rechtsklicks wohl deutlich höher.

Ich hoffe nun also, dass meine Maus noch viele Millionen Klicks durchhält, und vielleicht denke ich daran, diesen Blogeintrag bei 10 Millionen Klicks zu aktualisieren. Wenn es so weiter geht, wie bisher, wird das am 15. März 2019 erfolgen.

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Scrum-Workshop mit Marshmallow-Challenge

06.11.2013, 13:32

Ich habe heute zum ersten Mal mit agilen Methoden gearbeitet!

Zugegeben, natürlich werden agile Methoden angewendet in den Unternehmen, in denen ich gearbeitet habe und arbeite. Denn sie haben sich inzwischen immer öfter in der Praxis bewährt. Jedoch habe ich bisher nie mit einem standardisierten Vorgehensmodell wie Scrum gearbeitet.

Ich hatte nun die Gelegenheit einen Scrum-Workshop bei einem zertifizieren Scrum-Master mitzuerleben, bei der Exkursion am Mittwoch, den 30. Oktober zu DATEV in Nürnberg, dem zweitgrößten in Deutschland entwickelnden Softwarehaus.

Was ich dabei über Scrum gelernt habe, und wie die Marshmallow-Challenge auch deinem Team spielend helfen kann, will ich hier notieren.

Agile Methode: Scrum

Agile Methoden basieren alle auf dem Manifesto for Agile Software Development, unter diesen ist Scrum eine der beliebtesten. Es kann nicht annähernd in einem Blogeintrag beschrieben werden. Als Einstig empfehle ich den Wikipedia-Artikel über Scrum zu lesen. Wer sich nicht eingehend mit Scrum beschäftigen will, aber dennoch den Rest des Textes verstehen will, findet hier eine ganz kurze Zusammenfassung, worum es geht:

Die Kommunikation mit dem Kunden läuft über den Product Owner (PO), der die Anforderungen User Stories im Product Backlog sammelt und diese gegenüber dem Entwicklungsteam kommuniziert. Im Entwicklungsteam hat der Scrum Master ein Auge darauf, dass die Methoden richtig durchgeführt werden, und steht mit konstruktiver Kritik zur Seite. Im Verlauf der wiederholten Sprints werden in 2 bis 4 Wochen jeweils funktionierende Produkte gebaut, die immer weitere User Stories implementieren.

Für jeden Sprint werden die User Stories in feinkörnige Tasks aufgespalten. Die Tasks werden am Taskboard als Kärtchen gesammelt (ähnlich Kanban) und dort von den Teammitgliedern während der Bearbeitung „reserviert“. Im 15-minütigen Daily Scrum werden zu Beginn jedes Arbeitstags Fortschritte kommuniziert und Hindernisse, sogenannte Impediments, angesprochen.

Das Taskboard kann komplett handschriftlich bzw. nicht-digital ausgeführt werden, um einerseits ausreichend Kommunikation zu gewährleisten, und andererseits, um die Task-Bearbeitung eine private Angelegenheit des Teams zu machen, welche nicht vom Management eingesehen wird.

Nach jedem Sprint wird festgestellt, ob die User Stories implementiert wurden und inwiefern das Verfahren für die Zukunft verbessert werden kann.

Die Grundzüge von Scrum wurden uns zunächst erklärt und dann von uns anhand eines kleinen Projekts in die Praxis umgesetzt:

Scrum-Marshmallow-Challenge

Die Marshmallow-Challenge wurde für Scrum angepasst. Die Materialien lassen sich für kleines Budget besorgen und werden zunächst an das Teams vergeben:

  • 20 Spaghetti-Halme
  • 2 Marshmallows
  • 1 Meter Paketschnur
  • 1 Meter Maler-Kreppklebeband
  • 1 Analoge Uhr

Jetzt tritt der PO vor die Teams und verkündet die User-Story für den ersten Sprint: Es soll ein möglichst hoher Turm errichtet werden, mit einem Marshmallow auf der Spitze. Der Turm darf nicht am Tisch/Boden verankert werden. Die Dauer des Sprints ist unbekannt.

Bereits nach dem ersten Sprint sollen die Teams ein funktionierendes Produkt präsentieren. Jedoch, nachdem die 5 Minuten abgelaufen sind, zeichnet sich ab: Viele Teams haben lange geplant und keinen Turm gebaut, oder nur einen sehr kleinen.

Für den zweiten Sprint schafft der PO ein Impediment: Es darf nur ein Marshmallow verwendet werden. Somit musste mein Team den Turm wieder komplett einreißen, denn wir haben einen Marshmallow zerteilt und als Mörtel verwendet. Andere Teams können ungehindert weiter arbeiten. Je nach Kreativität der Teilnehmer muss nun auch verboten werden, die Uhr in den Turm einzubauen.

Weil wir nun in der zweiten Phase die verfügbare Zeit schon besser einschätzen konnten, haben wir nun – mehr schlecht als recht – einen standfähigen, ca. 60 cm hohen Turm zusammengezimmert, sodass wir recht zuverlässig auf den dritten Sprint schauen konnten.

Dieser sollte jedoch noch ein überraschend herausforderndes Impediment bieten: Im dritten Sprint darf keiner mehr reden! Alles muss in völliger Stille erledigt werden. Zum Glück war unser Turm schon konzeptionell ausgereift, sodass wir uns auf die Stabilisierung konzentrieren konnten. Mit einigem Gestikulieren und vorläufigem Platzieren von Nudeln konnten die Ideen auch stumm kommuniziert und beraten werden.

Ein Arbeitsmaterial wurde von uns unterschätzt: Kaum jemand hatte während der Sprints auf die Uhr gesehen! Damit hätte vielleicht etwas besser geplant werden können.

Es dämmerte wohl schon den meisten Teams, dass der dritte auch der letzte Sprint sein könnte, die End-Ergebnisse konnten sich durchaus sehen lassen.

Ein Team hatte eine Marshmallow-Challenge-Erfahrene dabei, und konnte die Sprints sehr gut meistern: Bereits am Ende des ersten Sprints hatten sie einen vergleichsweise hohen Turm gebaut, während andere noch im zweidimensionalen planten. Ihr Turm hatte eine sehr stringente Form und hätte sicherlich gewonnen, wäre er nicht gerade zum Ende des letzten Sprints umgefallen. Vielleicht eine Allegorie des IT-Projekts mit erfahrenen Programmieren, welches am Ende an einer Kleinigkeit scheitert?

Unser Turm wurde zweiter und machte einen stabilen Eindruck. Er sah etwas chaotisch aus, was bestimmt daran lag, dass wir viele Ideen zugelassen und ausprobiert haben.

Das Gewinner-Team hatte einen Turm, der unserem erstaunlich ähnlich sah, jedoch sehr ordentlich aufgebaut war.

Und was hat das mit Scrum zu zun?

Da der praktische Teil des Workshops nur rund eine Stunde dauerte, konnte Scrum natürlich nicht vollständig durchgeführt werden. Die Artefakte wurden nur rudimentär Erstellt, und die Daily Scrums mit dem Taskboard entfallen ganz.

Doch trotz dieser Einschränkungen, konnten die Werte der agilen Software-Entwicklung in kurzer Zeit veranschaulicht werden.

Dass funktionierende Produkte viel gelten, wurde uns nach der ersten Runde klar, als unser Team nur einen instabilen, zusammengefallenen Turm vorweisen konnte. Obwohl es eine einfache Aufgabe und nur ein Spiel war, fanden wir unseren „Entwicklerstolz“ angekratzt, da wir unser Commitment nicht erfüllten.

Wie schwer stetige Zusammenarbeit mit dem Kunden und das Eingehen auf Veränderungen ist, wurde uns klar, nachdem wir unseren Turm wieder einreißen mussten, als wir nur noch ein Marshmallow zur Verfügung hatten, und somit das Folgen unseres ursprünglichen Plans unmöglich wurde.

Für die Bedeutung von Individuen und Interaktionen war der dritte, stumme Sprint eine prägende Erfahrung. Sogar ohne Sprache war die Abstimmung im Team noch wichtiger als das eigentliche Bauen.

Abseits von Scrum und Softwareentwicklung

Natürlich kann die Marshmallow-Challenge auch für beliebige Teams aus allen Branchen verwendet werden. Hier kam ich auf ähnliche Rückschlüsse wie Tom Wujec in seinem TED-Talk „Build a tower, build a team“:

In der Diskussion mit den Teamkollegen wird sehr schnell klar, wer welche Rolle einnimmt, ohne dass hierfür ein reales Projekt mit all den, bei der Analyse hinderlichen, Vertraulichkeiten und Machtverstrickungen beobachtet werden muss.

Auch wurde der vorher noch eher anonyme Konferenzraum während der Bastelei zu unserem Arbeitszimmer und es machte sich eine produktive und motivierte Stimmung breit.

Aus dem Vergleich der Turmhöhen mit verscheiden zusammengestellten Teams, lassen sich Rückschlüsse auf die Erfolgschancen bilden. Uns wurde von einer Reihe von Fällen berichtet:

  • Eine Gruppe von Business-School-Absolventen ging so erfolgsbesessen vor, dass ihr fertiger Turm deutlich niedriger war, als der von Kindergarten-Absolventen.
  • Im TED-Talk wird das Erfolgskonzept von Kindergartenkindern, die besser als der Durchschnitt agieren, im iterativen Vorgehen gefunden, immer mit dem Marshmallow an der Spitze: Wir werden also mit Scrum geboren!
  • Eine Gruppe mit mit ausschließlich CEOs wurde von einer mit einem als Leiter eingesetzten CEO übertroffen. Dabei denke ich an „Viele Köche verderben den Brei“.
  • Erwartungsgemäß baute eine Gruppe mit Ingenieuren den höchsten Turm.

Die Materialien können kostengünstig angeschafft werden. Vielen Büro-Menschen macht es auch Spaß, einmal einer Handwerklicheren Aufgabe nachzugehen. Die Tatsache, dass auch Kindergartenkinder hohe Türme zustande bringen, beweist wohl, dass hierbei keiner überfordert wird.

Somit kann ich jedem Team empfehlen, einmal selbst die Marshmallow-Challenge zu probieren!

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100. Blogeintrag

26.02.2011, 15:12

Das ist nun also der 100. Blogeintrag, und er enthält eine kleine Chronik.

Die Graphik hier ist übrigens ein Screenshot aus einer Processing-Sketch, wo ich mit ein bisschen Java-Code eine Timeline zusammengestrickt habe, die die chronologische Verteilung der Blogeinträge zeigt und die Verlinkung mit den häufigsten Tags. Man sieht eindeutig, wann ich in Bremerhaven bzw. Wilhelmshaven war.

Angefangen hat das Blog als kleines Experiment. Ich hatte schon länger vor meine diversen Seiten in einer großen, irgendwie dynamischen, Seite unterzubringen und zu dokumentieren. Tatsächlich hatte ich wohl schon die ein oder andere Blog-ähnliche Seite gebastelt, mal um Smarty zu testen, mal um AJAX zu testen, außerdem hatte ich natürlich eine Menge Design-Entwürfe. Irgendwann musste ich all dies unter einen Hut bringen, und da ich meine Festplatte formatiert hatte, konnte ich bei 0 anfangen.

Der neue Plan war: Meine Seitenstrukturen mit XML-Dateien basteln, und außerdem objektorientiertes PHP schreiben.

Beide technischen Experimente sind inzwischen etwas veraltet. Meine PHP-Klassen von damals entsprechen heute nicht mehr meinen Ansprüchen, außerdem gibt es ja inzwischen Namespaces. Und das mit dem XML hat sich als problematisch herausgestellt, da bei jedem Seitenaufruf eine Menge XML-Dateien verarbeitet werden müssen. Zum Glück ist die Server-Hardware leistungsstark und die Besucherzahlen sind nicht zu hoch.

Andere technische Errungenschaften waren: Eine eigene Markup-Sprache, „progressive enhancement“ mit jQuery und PHP-Klassen-Autoloading.

Der erste Blogeintrag Hello World! wurde am 15.10.2008 geschrieben. Damals gab es allerdings noch kein CMS, das bedeutet des Eintrag wurde direkt in die Datenbank geschrieben. Online ging die Seite dann gut zwei Monate später, am 19. Dezember 2008. Das schließe ich jetzt einfach mal aus den ersten Log-Einträgen:

84.56.72.255 - - [19/Dec/2008:14:18:14 +0100] "GET / HTTP/1.1" 200 566 "-" "Mozilla/5.0 (Windows; U; Windows NT 5.1; de; rv:1.9.0.4) Gecko/2008102920 Firefox/3.0.4"
[...]
92.75.61.95 - - [19/Dec/2008:19:31:46 +0100] "GET /index.php HTTP/1.1" 200 3001 "http://78.47.239.227/blogentry.php?link=28_Pretty_Good_Privacy_%28PGP%29" "Mozilla/5.0 (X11; U; Linux x86_64; de; rv:1.9.0.3) Gecko/2008092700 SUSE/3.0.3-4.4 Firefox/3.0.3" 

Ich stelle gerade erstaunt fest, dass die Links von damals, noch mit IP-Adresse und ohne die „schönen“ URLs, noch immer wie gewünscht weitergeleitet werden.

Auch an der live-Seite wurden immer weitere Verbesserungen vorgenommen, wie „schöne“ URLs mit htaccess, Kurz-URLs, erklärte Abkürzungen, und viele jQuery-Spielereien. Meine Aufzeichnungen über diese Seite finden sich allesamt unter dem Tag Projekt: Mein Blog.

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Komisches Wort!

20.11.2010, 11:06

Meine kleine Sammlung komischer, interessanter oder mehrdeutiger Wörter fällt wohl auf, wenn man meine Tiwtter-Updates durchliest. Ich habe über die Zeit einige Wörter herausgegriffen, bei deren Anblick ich zunächst stutzte. Da bei einigen die Bedeutung oder die Besonderheit nicht offensichtlich ist, wird mein Interesse hier erklärt.

Phantasmagorie 21. September 2009

(Mein tweet, Wikipedia)

Wie bei fast allen Wörtern dieser Serie gibt der Wikipedia-Artikel nicht viel her, außer der Bedeutung in der Medizin (zufällige Folge von assoziativen Bildern) und der Kunst (Darstellung von Trugbildern). Beides hängt zusammen: (Fieber-)Träume und deren Wiedergabe. Eigentlich vereint dieses Wort: den Traum gelebt, die Idee mit dem resultierenden Werk, Plan und Realität bis zur Hyperrealität. Es lässt uns an die ganze fülle von Trugbildern, optischen Täuschungen, Déjà-vus etc. denken, alles äußerst zwielichtige und erforschenswerte Erscheinungen.

Extrapoliert 22. September 2009

(Mein tweet, Wikipedia)

Zwei Morpheme stecken in diesem Wort, und daher kam mein Interesse. Will man mit Daten Vorhersagen treffen, muss man die Daten extrapolieren. Will man eine angenehme Vorhersage treffen muss man die Daten extra polieren. Dass sich dieser Wortwitz aufdrängt reichte aus, um es in meine Liste aufzunehmen, aber es steckt natürlich auch ein bisschen mathematisches dahinter...

Agglomeration 24. September 2009

(Mein tweet, Wikipedia)

Diesmal ist der Wiki-Artikel etwas länger, das bedeutet jedoch nicht, dass der Begriff klar definiert ist. Jedenfalls finde ich die Strukturen solcher Städte mit Vor- und Nachbarorten sehr interessant. Eigentlich sollte sich jeder Pendler im Stau Gedanken machen, wie sich daraus entstehende logistische Probleme lösen lassen, es gibt dazu auch sehr viele Modelle und Thesen und letztendlich beschäftige ich mich auch gerne mit Verkehrsflüssen und -anbindungen, Flächennutzung usw. in meiner eigenen Stadt. Außerdem lässt sich der Begriff natürlich geschickt auf andere Kontexte übertragen.

Schmiegparabel 24. September 2009

(Mein tweet, Wikipedia?)

Hier gibt es keinen Wiki-Artikel, aber das Wort fiel, als man im Mathe-Unterricht versucht hat an z.B. eine Sinuskurve eine Parabel so zu basteln, sodass 1. und 2. Ableitung am Schnittpunkt übereinstimmen, also quasi eine bessere Tangente. So:

f(a)+f'(a)(x-a)+f"(a)(x-a)²/2

Und es ist mal wieder ein Beispiel von Mathematischen Begriffen, die man vielleicht besser gräzisiert hätte. Außerdem gibt es natürlich eine nette Zweideutigkeit, wenn man an „Die Stachelschweine“ denkt...

Karmadharaya 28. September 2009

(Mein tweet, Wikipedia)

Das Wort ist natürlich irgendetwas zwischen Zungenbrecher und Kakophonie. Die Definition „endozentrisches Determinativkompositum“ wird fast nur übertroffen von der „periphrastischen Dissimulationsironie“ (für Lithotes). Es ist auf jeden Fall eine der tpyischen Wissen-das-die-Welt-nicht-braucht, wenn man bei einem Glas Wein zusammensitzt und man erklärt, dass Rotwein ein Karmadharaya ist, weil das Schlussglied durch das Vorderglied näher bestimmt wird, wobei im Gegensatz zum Tatpurusha keine Kasusbeziehung zwischen den beiden Bestandteilen besteht. Das habe ich jetzt mal frei aus Wikipedia zitiert, weil so ganz sicher fühle ich mich in der Definition auch nicht. Ich spreche zwar nicht Sanskrit, aber wenn ich das richtig sehe ist das Wort selbstreferentiell, da Karmadharaya (also कर्मधारय) selbst ein Karmadharaya ist.

Embryosackmutterzelle 14. Dezember 2009

(Mein tweet, Wikipedia)

Ein Wort, welches aus einem schlechten Alienfilm stammen könnte, aber anscheinend eine besondere Zelle bei Pflanzen ist. Für das Wort habe ich keine klare Definition gefunden und ich bin kein Biologe, daher steht hier nicht so viel.

Phallokratie 30. Januar 2010

(Mein tweet, Wikipedia)

Man könnte sagen, das Niveau sinkt, jetzt geht es schon um Penisse. Aber der Duden erklärt das so: „auf einer Überbewertung des männlichen Geschlechts beruhende Vorherrschaft des Mannes bes. ... “ (Und dann endet die kostenlose Artikelvorschau auch schon). Interessanterweise behinhaltet das Wort ein moralisch äußerst bedenkliches Pars-pro-toto, das von etwas überheblichen Feminismus Seitens der Schöpferin zeugen könnte. Und wenn man das Wort nicht auf eine Staatsform bezieht, sondern eher neurobiologisch betrachtet wäre man auch schon bei der Zweideutigkeit.

Citoyen 22. Oktober 2010

(Mein tweet, Wikipedia)

Ein heutzuage irgendwo idealistischer Begriff für einen Bürger, der sich gerne bildet und in vernünftigen Maße altruistisch ist. Allerdings kann es auch sehr interessant verwendet werden, als Wort für jemanden, der nicht nur arbeitet & konsumiert, sondern selbst bei der Konzeption mithilft. Im übertragenen Sinne würde ein Fernsehcitoyen nicht nur fernsehen, sondern auch Einfluss auf die Gestaltung der Sendungen nehmen. Eigentlich ein unterschätztes Fremdwort.

Erwartungserwartungserwartung 12. Juni 2011

(Mein tweet, Wikipedia)

Endlich ein rekursives Wort. Was eine Erwartung ist, bedarf es hier nicht zu erklären. Was eine Erwartungserwartung ist, erklärt Wikipedia und Benno Biermann: Annahmen über die Erwartungen der anderen an mich. Dies kann man jetzt Reflexiv beliebig fortführen. Wie weit treibt man das im Alltag? Davon hängt dann wohl auch ab, ob man taktlos oder gerissen ist.

Prohodietinating 19. Juli 2012

(Mein tweet, Wikipedia?)

Ein jeder hat sich wohl schon des Aufschiebens schuldig gemacht. Für diese Tätigkeit, bzw. Nicht-Tätigkeit, gibt es das englisch-lateinische Wort „procrastinating“, also fürmorgenen. Will man aber etwas noch heute erledigen, muss man es prohodietinieren.

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