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Bernhard Häussner
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Pagination - Design von Umblätterern und Seitenlisten

20.12.2009, 16:51
Pagination Widgets

Pagination Widgets

Obwohl das Umblätten von Seiten mit entsprechenden Widgets etwas sehr alltägliches im Web ist, gibt es noch immer einige konkurrierende Widget-Designs. Darum habe ich mir Gedanken gemacht, welche Prinzipien diesen zu Grunde liegen, und jeweils Vor- und Nachteile anhand von 10 Beispielen erörtert.

Die Art und Weise auf die Wordpress das Blättern löst, nämlich mit Vor- und Zurücklinks, die als ältere/jüngere Bezeichnet sind, findet sich zwar heute überall, hat aber trotzdem einige Probleme, die den Leser orientierungslos in der Seitenfolge zurücklassen:

Der Leser weiß z.B. nicht wohin er blättert, da die Knöpfe nicht mit vor/zurück, sondern mit der Metainformation älter/jünger verknüpft sind. Zudem weiß der Leser genauso wenig, wohin der überhaupt blättern kann, da nicht kommuniziert wird, wie umfangreich der Seitenstapel ist.

Das nächste Problem tritt erst gar nicht auf: In einem unbegrenzten Seitengewirr interessiert es den Benutzer natürlich auch nicht, wo er sich in diesem befindet. Überflüssig zu erwähnen, dass dies nur behelfsmäßig aus der URL entnommen werden kann.

Wenn man beginnt diese Probleme zu lösen kommt man schnell auf die Idee, einfach alle Seiten(zahlen) anzuzeigen. So hat man schnell einen Überblick über die Anzahl der Seiten. Nur dumm, wenn man sich dann nicht mehr traditionell immer weiter durchklicken kann, sondern Nachdenken erfordert wird: Man muss das Kurzzeitgedächtnis üben, da man nach dem Lesen der Seite noch wissen muss, welche Nummer diese Seite hatte. Entschuldigend muss man sagen, dass das Design von TAB, wo ich dieses Negativbeispiel gefunden habe noch ganz neu und ziemlich experimentell ist, denn der Fokus liegt hier auf der Anzeige des Textes in Spalten, deren Anzahl sich an die Browserfenstergröße anpassen sollte. Das Paging ist hierbei noch nur halbherzig gelöst.

Hier eine traditionelle Lösung, diesmal mit auffalllend gestalteten Blätter-Links. Leider versäumt auch kunstmark.com dem Surfer zu zeigen, wo er sich denn nun befindet. Hier bahnt sich auch schon langsam ein weiteres Problem an: Mit wachsender Seitenzahl nimmt das Blätter-Widget immer mehr Platz ein. Vorteilhaft ist natürlich, dass man auf jeden Fall immer zu jeder Seite kommt.

Das Problem mit der Riesengröße lässt sich beheben, indem einige Seiten weggelassen werden, wie auf Nerdcore. Hier ist auch dank roter Hinterlegung eindeutig zu Erkennen, auf welcher Seite man denn ist.

Ein weiterer Lösungsansatz ist es, dem Leser die Gesamtzahl der Seiten und auch die aktuelle Seite anzuzeigen. So etwas findet sich auf Gamestar.com in geschickter Kombination mit letze/erste Seite Links, welche benötigt werden, wenn diese Seiten nicht numerisch repräsentiert sind. Ein kleines assoziations-erschwerendes Manko ist vielleicht, dass Blätter-Links und Seitenübersicht getrennt auf die beiden Seitenränder verteilt sind.

Eine komplexe Lösung, die sehr auf das Surfverhalten angepasst ist, benutzt vBulletin, hier auf unixboard.de. Einige Seiten werden als Quicklinks angeziegt, unzweifelhaft wird angezeigt wo man ist und wie viele Seiten es gibt, und Links zur ersten und letzen Seite ermöglichen schnelles Springen. Außerdem öffnet ein kleiner Button ein Eingabefeld, mittels dem man zu jeder Seite springen kann.

Dieses Widget ist gut angepasst auf die Verhaltensweise des Benutzers: Anfangs wird man vielleicht noch jede Seite des Threads lesen, dann vielleicht etwas springen. Auch der Quereinsteiger kann sich dank blau hervorgehobener Orientierungshilfe sofort ein Bild seiner Position machen. Da den Leser von Foren oft auch nur interessiert, was zuletzt passiert ist, findet sich auch der Link zur letzten Seite an Prominenter Stelle.

Dieser reiche Funktionsumfang zieht natürlich auch Probleme mit sich (KISS). So sind die in der Liste weggelassenen Seiten nicht repräsentiert und die Vor/Zurück Pfeilchen fallen etwas klein aus, obwohl dies wohl die meist benutze Funktion sein dürfte. Das Widget benötigt also etwas Eingewöhnung.

Ein - wie ich hoffe nahezu perfektes - Design findet sich auf den Seiten meines Journals. Die Vor/Zurück-Links sind auffallend gestaltet und schleißen die Seitenliste ein, in welcher nur das direkte Umfeld der aktuellen Seite angezeigt wird, alle anderen Seitenzahlen werden weggelassen, was durch Auslassungspunkte angedeutet wird. Erste und letzte Seite werden dann wieder angezeigt. Zudem finden sich miniatur-Pfeilchen, welche das Überspringen von einigen Seiten ermöglichen bzw. den Bereich der angezeigten Zeitenzahlen verschieben.

Damit hoffe ich alle benötigen Funktionen und Informationen in einem klaren, platzsparenden Widget zu vereinen.

Technisch gesehen benutze ich eine kleine Modifikation des von Sweetcron verwendeten PaginateIt von Brady Vercher.

Sehr einfach aber natürlich mit dem geringsten Funktionsumfang funktioniert das umblättern bei Twitter - auf Knopfruck werden weitere Einträge gealden. Das ist hier möglich, da der Fokus auf Aktualität und „realtime“ liegt, es gibt also keinen Grund zwischen Seiten hin und her zu springen. Die Seitenzahlen würden sich auch ständig ändern.

Sehr abstrakt und gut für Menschen mit neugierigem Forschungsdrang geeignet, ist das Paging auf Shimones Lifestream. Statt Seitenzahlen finden sich jeweils drei kleine Kreischen, die aktuelle Seite wird durch den gefüllten Kreis angezeigt. Wie man sieht lösen sich einige Probleme, wenn es nur 3 Seiten gitbt von selbst.

Der Grund, warum ich mich mit Ursachen und Wirkung von Usability-Problemen im Berich der Pagination beschäftigt habe, ist die Tatsache, dass mein Lifestram (powered by Sweetcron) mit einem denkbar unpraktischem Pager kam: Keine Vor-/Zurück-Buttons, daneben unechte Vor-/Zurück-Buttons, und hier im Beispiel von simon.dynamicmushroom.com befinden wir und übrigens auf Seite 16.

Ungelöstes Problem

Ein Problem, das ich noch nicht wirklich lösen konnte, ist die Verschiebung von Seiten und die unlogische Leserichtung bei chronologisch rückwärts sortierten Journalen. Wenn neue Einträge hinzu kommen, verschieben sich die älteren um deren Anzahl nach hinten und damit beständig auf andere Seiten.

Bei Twitter und Wordpress wird das gelöst, indem die Seitenzahlen weggelassen werden und Permalinks auf Einträge angeboten werden.

Man könnte zum Beispiel auch die Seiten Rückwärts aufbauen, also bei der Seite mit der höchsten Zahl beginnen und dann nach 1 blättern, so würden sich die Seiten nicht mehr verschieben. Es wäre interessant zu sehen, wie das der User aufnimmt.

Wo möglich sollte man im Web das Aufteilen auf Seiten sowieso unterlassen. Schließlich ist der Traffic für das Laden von Text heute vernachlässigbar. Probleme ergeben sich natürlich, wenn viele Medien eingebettet sind. Ich mag darum z.B. nicht die Gravatars und Kommentarseiten.

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Blogpopst-Previews

26.07.2009, 16:42
Blogpost Tooltips

Blogpost Tooltips

Heute hatte ich mal wieder einen Einfall, was meinem Blog noch fehlt, also außer dem Refactoring der MySQL API. Irgendwie nicht zufriedenstellend waren nämlich die Post-Listen in der Sidebar, da durch das Datum neben dem Titel kaum eine Überschrift in eine Zeile gepasst hat. Nun habe ich das Problem „gelöst“, indem bei Mouseover ein Tooltip mit Meta-Infos angezeigt wird.

Das Ganze läd von einer simplen PHP-Schnittstelle mit AJAX bzw. „AJAJ“ (J für JSON) die Metadaten, also die Anzahl der Kommentare und die Tags, aber auch einen kleinen Textausschnitt („Teaser“). Mit jQuery geht das recht fix und mit wenig Code. Auch die Anzeige als Tooltip war recht einfach. Die runden Ecken werden im Firefox mit -moz-border-radius gemacht und auch die Transparenz wird von der CSS-Eigenschaft opacity geregelt, sodass kein weiteres Hintergrundbild nötig ist. Mit if ($(bla).width()<400) wird verhindert, dass bei genug Platz das Datum entfernt wird, zu sehen auf der Seite Archiv. Dank jQuery bleibt es bei 29 Zeilen JS-Code.

Auch der PHP-Teil ist recht simpel und besteht eigentlich nur aus einer SQL-Abfrage und der Funktion json_encode(), das sind dann 16 Zeilen.

Jetzt bin ich nur gespannt, wie sich das auf den Traffic bzw. die Reqeusts auswirkt, da jedes mal, wenn jemand über einen Link fährt, ein Request an den Server gesendet wird.

Achja, bisher gab es auch keine ausgefeilten 404-Seiten, aber jetzt gibt es eine Fehlerseite, die z.B. auch einen Link zur Suche anbietet.

Update 2009-08-01

Ich habe jetzt auch noch meine Lightbox an das Look & Feel der Blogpopst-Previews angepasst, sodass sie jetzt nicht nur individuell, sondern auch (im Firefox) gut aussehend ist. Außerdem läd sie jetzt keine Graphiken mehr, nur um „prev“, „next“ und „close“ anzuzeigen. Zu testen hier:

Obwohl ich es eigentlich nicht so mag, in jQuery Plugins herumzubasteln, habe ich doch eine ganze Passage gerefactort und hoffe jetzt einfach mal, dass es auch im IE noch halbwegs klappt.

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3D-Tagcloud mit Processing

25.05.2009, 18:55

Ich habe ja schon etwas mathematisches und recht interaktives mit Processing gemacht. Jetzt wollte ich noch eine kleine Daten-Visualisierung basteln. Da ich wenig Lust habe tagelang irgendwelche tweets zu analysieren und ich mich nicht in die Musik-Librarys von Processing einarbeiten wollte, habe ich meine Blogeinträge und die dazugehörigen Tags als Datenset hergenommen, was auch noch eine recht überschaubare Datenmenge ist, und sie in einer Art 3D-Netz angeordnet. Video:


Zunächst einmal habe ich die Daten als .csv aus der Datenbank exportiert. Dieses Dateiformat ist zum Glück einfach mit Processing einzulesen. Daraus habe ich ein paar Objekte erstellt. Hier war ich mir ein bisschen unsicher, wie das zu realisieren sei. Im Endeffekt habe ich 3 Arrays von Objekten, einer enthält alle Tags, einer alle Blogeinträge und ein dritter alle Verbindungen. Zusätzlich bekommen alle Tags noch eine ArrayList mit ihren zugeordneten Blogeinträgen, um das aktivieren (röten) einfacher zu machen.

Dann haben die 3 Objekte (Eintrag, Tag, Verbindung) erstmal jeweils eine rendering-Methode bekommen. Die Einträge und Tags zeigen einfach ihr Label an, und beginnen auf einer Ebene mit (mehr oder weniger) zufälliger Position. die Verbindungen, die jeweils einen Pointer auf einen Eintrag und einen Tag speichern, rendern sich als Linie zwischen den Positionen der beiden. Zusätzlich habe ich noch eine Szene implementiert, die von der aktuellen Framezahl die Kameraposition und das aktivierte Tag bestimmt.

Eine rein zufällige Anordnung ist allerdings nicht wirklich zufriedenstellend. Deshalb beginnen nun die Tags als nächstes sich dem Schwerpunkt ihrer zugehörigen Blogeinträge zu nähern und die Blögeinträge nähern sich dem Schwerpunkt ihrer Tags. Aus Spaß habe ich das einmal laufen lassen, natürlich kollidiert das ganze recht zielstrebig. Als zweiter Bewegungsparameter kommt hinzu, dass, wenn ein gewisser Mindestabstand unterschritten wird, sich die Blogeinträge und Tabs auch gegenseitig abstoßen. Hier musste ich die Parameter recht fein abstimmen.

Damit nicht der Expansionscharakter die Überhand bekommt (wie bei unserem Universum?), habe ich auch noch eine Arena eingeführt: Wenn die Schriftposition aus einem Zylinder in der Mitte des Bildschirms heraus wandert, greift ein „Sheepdog“, der das Bewegungsverhalten überschreibt und die Tags bzw. Einträge zurück zum Mittelpunkt zieht, bis sie wieder im Rahmen sind. Da die Blogeinträge sowieso etwas unter Druck stehen, sorgt das dafür, dass alles schön zentriert bleibt und ein bisschen in ein Raster gepresst wird.

Je nach Anfangsposition funktioniert der Algorithmus mal besser und mal schlechter, vielleicht müsste ich noch etwas an den Parametern schrauben. Es ist auch schwer zu sagen, was gut und schlecht ist, aber hin und wieder gehen Tag-Eintrag-Verbindungen über den halben Zylinder („mangelnder Ellbogen-Einsatz“?) und bei manchen Durchläufen werden z.B. einige einfache Verbindungen recht schön kurz.

Das ganze lief mit dem P3D-Renderer eigentlich ganz ordentlich, doch dank diesem Tutorial zu Additive Blending mit OpenGL wird jetzt auch mit dem OpenGL-Renderer der Text ohne die weißen Flächen in den Buchstaben gerendert. Ich musste nur alles auf schwarz umstellen, was allerdings auch nicht schlecht aussieht. Jetzt läuft die Animation mit Kantenglättung (smooht() und P3D läuft bei mir sehr sehr langsam) weich wie Butter. Und so sieht alles in schwarz aus:

Mit einer netten Textur und frei drehbar im neuen Style:

Irgendwie interessiert mich als nächstes „Magnetismus“. Man liest recht viel darüber, mal sehen was genau man sich darunter vorzustellen hat.

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UI Dos and Don'ts

12.03.2009, 19:27

Da ich aus meiner gewohnten Desktop-Umgebung durch das Update auf KDE 4 herausgerissen wurde, musste ich mir daher wieder einmal überlegen, welche UI-Features eigentlich die Produktivität steigern und welche weniger. Ich habe ich meine Ergebnisse hier festgehalten:

Compiz als 2D-Desktop-Lösung

Es hört sich vielleicht seltsame an, Compiz als 2D-Desktop-Lösung zu bezeichnen. Doch dieser Begriff zielt nicht darauf ab, die Effekte des Fenstermanagers zu beschreiben, sondern die Verbesserungen in der Desktop-Umgebung. Denn Compiz kann die Produktivität steigern, indem es weitere Desktops/Würfelseiten/Arbeitsflächen/Spaces oder wie sie immer heißen leicht zugänglich macht. Doch was bringt das? Ganz einfach, die Fenster sind nicht mehr wie gewohnt als Stapel auf dem Desktop, sondern viel mehr wie Steine eines Natursteinmauerwerks über die verschiedenen Arbeitsflächen verteilt. Die Einteilung in eben diese Arbeitsflächen macht eine klassifizierung möglich.

Und da kaum noch Fenster vollkommen von anderen Anwendungen verdeckt werden, fällt die dritte Dimension, nämlich die in die Bildschirmebene hinien, weg. Dadruch, dass sich mit dem Expo-Plugin jederzeit heraus zoomen lässt und Fenster einfach auf die Arbeitsflächen verteilt werden können, wird das auch praktikabel (was ich bei KDE4 noch vermisse). Man behält eine wesentlich bessere Übersicht und muss nicht immer nach Fenstern suchen.

Am Ende habe ich fast nie ein Programm gestartet. Anwendungen sind nicht Länger irgendwelche Icons im Startmenü oder Dock, sonder sie sind einfach sie selbst, geparkt auf einer Thematisch passenden Arbeitsfläche, nicht unter irgendwelchen Fenstern versteckt und repräsentieren sich selbst. Besser geht es kaum.

Widgets

Jeder braucht jetzt unbedingt Widgets, Dashboards, Screenlets. Doch was sollen diese mini-Anwendungen eigentlich nützen? Mir waren sie von Anfang an unsympathisch. Mal hängen sie auf dem Desktop herum, mal schweben sie in Wideget-Layern, doch im Endeffekt sind es nur Programme, wie sie sein sollten. Dediziert für eine spezielle Aufgabe und mit einem extrem angepassten UI. Außer dass sie auf ihren Bewegungsbereich festgelegt sind.

»Warum sind sie nicht normale Fenster? Damit sie 2D belieben!«
me

In ihrem Widget-Bereich, also dem Desktop oder dem schwarzen durchsichtigen Wasserfilm stehen sie nebeneinander. In meiner Desktop-Philisophie fallen sie aber leider trotzdem aus der Reihe, da jede Arbeitsfläche prinizipiell so ein Widget-Layer ist. Deshalb könnten sie genauso normale Fenster sein, aber nein, sie müssen sich ja als Plasma-Panels der Widgets oder Sidebars einschränken. Das ist unter Compiz ein Vorteil, da der Widget-Layer nichts anderes war, als eine übergeodnete oder alternative Arbeitsfläche, auf der man, wenn man will, auch Firefox platzieren kann. Die Widgets wiederum lassen sich auch überall platzieren, wie normale Fenster auch.

Docks und Iconbars

Zu nichs nütze. Um eine Icon-Leiste halbwegs benutzten zu können, muss man alle Programme und Funktionen irgendwie geordnet reinzeihen, sich die Icons merken, doch wieder herum suchen usw. Wenn ich ein Programm nicht oft benutze, weiß ich dann wie sein Icon aussieht? Nein. Ich suche ewig. Weiß ich wie es heißt? Vielleicht, dann kann ich es in die Suchleiste/Spotlight/KRunner eingeben. Wenn nicht - Ordner Programme öffnen und suchen. Die alphabetische Sortierung bringt mit jetzt garnichts.

Man könnte vielleicht Argumentieren - Ok, dieses blaue Icon mit dem Ps drauf, das kennt jeder. Doch jeder der das Icon kennt, weiß auch, was sich für ein Programm dahinter verbirgt, wie es heißt und wie es aussieht. Deshalb findet er es auch, wenn es schon auf einer Arbeitsfläche läuft, wenn er es in der Suchleiste eingibt oder in Kategorien sucht.

Und genau diese Kategorien machen für mich ein besondere Stärke des KDE-Menüs aus. Anwendungen sind sortiert nach ihrem Einsatzbereich und heißen nach ihrer Funktion. Wenn man einen Webbrowser will, dann schaut man unter Internet und öffnet Webbrowser (und nicht Expolorer, Safari und wie sie sich alle schimpfen). Wenn man das Programm kennt, erkennt man das Icon und kann auch den richtigen Webbrowser öffnen. Zudem sind die Kategorien ziemlich eindeutig, sodass man sich eigentlich sicher sein kann, wo man das gesuchte Programm findet. Und das funktioniert eben auch, wenn man ein Programm lange nicht mehr benutzt hat, ja sogar wenn man das Programm noch nie benutzt hat.

Aber was ist jetzt der Nachteil von Docks, außer dass sie keinen Vorteil bringen? Sie hängen überflüssig in der Gegend herum und ploppen auf, klappen hoch und wollen mit Icons gefüllt werden, was im Endeffekt nur aufhält.

Icons

Nur weil unmenschliche Ansammlungen von Icons sinnlos erscheinen, heißt das noch lange nicht, dass Icons generell sinnlos sind. Im Gegenteil. Sie erscheinen als visuelle Hilfen in Toolbars, weisen in Fehlermeldung auf die Schwere und Art des Fehlers hin und dienen als Status-Indikator. Nur was eben nicht passieren darf, sie als Alias anstatt Text einzusetzen. Denn jedes Icon kann fehlinterpretiert werden und auch wenn ein Bild mehr als tausend Worte sagt, kann ein Piktogramm doch nicht alles sagen. Bei meiner Recherche über UI Design bin ich z.B. über eine „Down for Maintenance“-Meldung auf humanized.com gestolpert, die sich aber nicht sofort als solche identifizieren lies. Als ich nach Informationen zum „Humanized Reader“ gesucht habe, gelangte ich über einen Link auf diese Seite:

Humanized oder nicht - ohne icon problematisch

Humanized oder nicht - ohne icon problematisch

Da die Seite fast nur leer ist und größtenteils aus einem Header und einer Sitemap besteht und der eigentliche Content total untergeht, hielt ich die Seite zuerst für eine Projektübersicht. Dann habe ich ein paar Projekte in neuen Tabs geöffnet und auch die Seite des Readers. Nach dem Schließen des Tabs war ich - Überraschung - wieder auf der selben Seite. Was sich wie ein unwichtiges Motte gestaltet, war, wie ich dann bemerkte, der eigentliche Content der Seite. Was ist hier schief gelaufen? Was könnte man verbessern?

Zunächst einmal muss eine Webseite hauptsächlich aus Content bestehen. Das aktuelle Design meiner Seite wollte ich eigentlich wieder verwerfen, weil der Header auf kleineren Bildschirmen als meinem eigentlich zu groß ist. Im Endeffekt fällt jetzt der Header aber durch die dunkle Farbe (hoffentlich) etwas heraus. Und er wird auch nicht verschwendet, da er eine fast komplette Sitemap anzeigt. Dann folgt der Content in strahlendem Weiß - nicht unabsichtlich weiß, denn Weiß ist die Farbe des Contents. Alle Fenster, Textfelder etc. sind weiß (oder hell). Dann ist der Footer klar abgetrennt, indem er wieder dunkler gestaltet ist.

Während humanized.com den Footer sogar noch durch Farbliche Überschriften vor den Content stellt. Eine Infographik, die auf irgendeine Art den Fehler hervorhebt hätte natürlich auch viel weiter geholfen. Aber nur eine Infographik wäre wieder schlecht, da man nicht wüsste was für ein Fehler überhaupt aufgetreten ist. Man ertappt sich vielleicht auch manchmal, dass man eine Funktion im Menü wählt, einfach weil man das richtige Icon nicht findet. Icons also immer mit Text verbinden. Es gibt natürlich Ausnahmen: Play/Pause, RSS etc. dennoch nicht zu viel als bekannt annehmen.

Kontextmenüs

Eine Technik, die von vielen UI Designern vielleicht unterschätzt (räusper...Apple?) wird ist das Kontextmenü. Als ich mich bei Humanized umgeschaut habe, habe ich festgestellt, dass sie im wesentlichen KRunner und Linux wollen, aber es anscheinend nicht wissen oder wahrhaben wollen. Außerdem wollen sie zu ihrem Kontext immer alle möglichen Aktionen via eintippen verfügbar machen. Doch warum ständig eintippen?

Der Computer kann den Content recht gut erkennen (URL? Adresse?) und ein entsprechendes Kontext-Menü anbieten. So kann man in KDE sogenannte Auflappmenüs definieren. Diese funktionieren so: Man selektiert Text, klickt auf die Aufklapp-Taste (wenn man will auch Capslock oder irgendeine sinnlose Zusatztaste an der Maus, ich habe z.B. „Rollen“) und schon bietet Klipper verschiedene (konfigurierbare) Aktionen an.

Ähnlich funktionieren Kontextmenüs, die z.B. Rechtschreibprüfung oder andere Aktionen anbieten können. Auch das Kombinieren von Kontextmenüs mit Drag&Drop ist denkbar und wird schon z.B. beim Bewegen von Dateien verwendet. Zudem sind Kontextmenüs unsichtbar, d.h. sie rauben ihrem Kontext, also dem Content, keinen Platz.

Tableisten, Taskbars, Exposé

Es ist schon schlimm: Anstatt den Programmen genug Platz zu geben um sich auf den Desktops zu verbreiten, deplatziert man sie in Taskleisten, Tabs und Icons, die man dann kaum noch den Fenstern zuordnen kann, die keine Ordnung haben, die keine Funktion haben, als die dritte Dimension im Desktop benutzbar zu machen, welche sich ja auch als unbrauchbar herausgestellt hat. Und die Tabs sind dann nicht hintereinander, wie man das vielleicht erwarten würde, sondern völlig willkürlich nebeneinander platziert.

Man versucht sich natürlich zu helfen - mal mit Vorschaubildchen, mal indem man gleich nur deplatzierte Vorschaubildchen präsentiert, mal sind die Fenster auch in einem Stapel dargestellt. Doch am Ende ist es immer das selbe - anstatt ein Fenster mit seiner Position, seiner logischen Verankerung auf der Arbeitsfläche zu verbinden werden die Fenster durch gemischt und verstümmelt. Wer legt sich schon 5 DIN A4-Seiten auf den Schreibtisch und wenn er die nächste Seite ansehen will, packt er zuerst alle auf einen alphabetischen Stapel und schaut dann die Überschriften durch, bis die Richtige Seite gefunden ist und breitet dann alles wieder aus. Das macht keinen Sinn. Stattdessen legt man die Blätter nebeneinander auf dem Schreibtisch aus, ähnliche Quellen zusammen, mehrere Seiten in ihrer Reihenfolge und wenn man wo anders weiter Lesen will, löst man sich aus der Vertiefung ins aktuelle Dokument, verschafft sich von etwas weiter weg einen Überblick und man findet und liest das andere Dokument.

Am Computer geht das sogar noch weiter - man hat ohne Probleme mehrere Schreibtische: Genau wie man sonst einen Esstisch, einen Computertisch, eine Werkbank und eine Leinwand hat, kann man am Computer Anwendungen in Desktops zusammenfassen. Systemübergreifende Taskleisten, die schnell und einfach über das wichtigste informieren, z.B. tray icons schaffen dann die Verbindung - wer will schon am Computer sitzen, wärend in der Küche das Essen verbrennt.

Compiz schafft es sehr erfolgreich auch das wechseln zwischen den Arbeitsplätzen einfach und schnell zu gestalten mit entsprechender Konfiguration.

Ich denke die meisten Misskonzeptionen sind noch Überreste von alten Zeiten. Als man in Windows 3.11 die Fenster nur in Desktopsymbole umwandeln konnte, schien es eine Lösung für die unbenutzbaren Fensterstapel am unteren Bildschirmrand eine Leiste anzubringen mit allen laufenden Programmen. Doch die Programme wurden immer mehr und vielseitiger. Heute kann man auf ganz andere Möglichkeiten zurückgreifen, auch diese Programme zu verwalten und man sollte sie auch nutzen.

Kommentare: keine

Webbrowser-Toolbars im Vergleich

26.02.2009, 18:47

Ich finde es interesant, wie sich Webbroser von einfachen Anwendungen zum Anzeigen von Webseiten mit Vor- und Zurückbutton zu sehr spezialisierten Tools mit Tabs, Volltext-History-Suche, Häufig besuchten Seiten als Vorschaubildchen und erweiterten Vorschlägen beim Tippen in der Adresszeile entwickelt haben. Hier deshalb einige Screenshots der Toolbars meiner aktuellen Browser:

Es scheint sich zu bewähren auf eine Menüleiste komplett zu verzichten. Habe ich sogar bei mir im Firefox so eingestellt. Außerdem werden Reload und Stop gerne zusammengelegt. So sieht das Ganze dann bei mir aus:

Updates 2009-06-09

Updates 2009-11-09

Updates 2009-11-19

Updates 2010-04-26

Updates 2010-06-24

Updates 2011-09-29

Updates 2014-05-02

Fünf Jahre später: Während bei der Erstellung dieses Posts ca. jährlich eine Browser-Version mit vielen neuen Features und einer größeren Umstellung des UI heraus kam, werden heute teilweise Versionen im Monatstakt veröffentlicht. Firefox geht immer weiter in Richtung Chrome. Buttons wurden entfernt, Oberflächen vereinfacht. Surfen ohne Tabs ist heute unvorstellbar. Im Jahr 2009 noch eine Rarität, sind heute Webbrowser auch auf dem Mobiltelefon üblich.

Updates 2016-08-19

Nicht nur die Browser-Toolbars haben sich geändert, auch mein Flickr-Benutzername.

Ich will nicht wissen, wie der Post in 10 Jahren aussieht. Oder doch? Habt ihr euren Browser auch angepasst? Wie? Warum nicht?

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