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Bernhard Häussner
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UI Dos and Don'ts

12.03.2009, 19:27

Da ich aus meiner gewohnten Desktop-Umgebung durch das Update auf KDE 4 herausgerissen wurde, musste ich mir daher wieder einmal überlegen, welche UI-Features eigentlich die Produktivität steigern und welche weniger. Ich habe ich meine Ergebnisse hier festgehalten:

Compiz als 2D-Desktop-Lösung

Es hört sich vielleicht seltsame an, Compiz als 2D-Desktop-Lösung zu bezeichnen. Doch dieser Begriff zielt nicht darauf ab, die Effekte des Fenstermanagers zu beschreiben, sondern die Verbesserungen in der Desktop-Umgebung. Denn Compiz kann die Produktivität steigern, indem es weitere Desktops/Würfelseiten/Arbeitsflächen/Spaces oder wie sie immer heißen leicht zugänglich macht. Doch was bringt das? Ganz einfach, die Fenster sind nicht mehr wie gewohnt als Stapel auf dem Desktop, sondern viel mehr wie Steine eines Natursteinmauerwerks über die verschiedenen Arbeitsflächen verteilt. Die Einteilung in eben diese Arbeitsflächen macht eine klassifizierung möglich.

Und da kaum noch Fenster vollkommen von anderen Anwendungen verdeckt werden, fällt die dritte Dimension, nämlich die in die Bildschirmebene hinien, weg. Dadruch, dass sich mit dem Expo-Plugin jederzeit heraus zoomen lässt und Fenster einfach auf die Arbeitsflächen verteilt werden können, wird das auch praktikabel (was ich bei KDE4 noch vermisse). Man behält eine wesentlich bessere Übersicht und muss nicht immer nach Fenstern suchen.

Am Ende habe ich fast nie ein Programm gestartet. Anwendungen sind nicht Länger irgendwelche Icons im Startmenü oder Dock, sonder sie sind einfach sie selbst, geparkt auf einer Thematisch passenden Arbeitsfläche, nicht unter irgendwelchen Fenstern versteckt und repräsentieren sich selbst. Besser geht es kaum.

Widgets

Jeder braucht jetzt unbedingt Widgets, Dashboards, Screenlets. Doch was sollen diese mini-Anwendungen eigentlich nützen? Mir waren sie von Anfang an unsympathisch. Mal hängen sie auf dem Desktop herum, mal schweben sie in Wideget-Layern, doch im Endeffekt sind es nur Programme, wie sie sein sollten. Dediziert für eine spezielle Aufgabe und mit einem extrem angepassten UI. Außer dass sie auf ihren Bewegungsbereich festgelegt sind.

»Warum sind sie nicht normale Fenster? Damit sie 2D belieben!«
me

In ihrem Widget-Bereich, also dem Desktop oder dem schwarzen durchsichtigen Wasserfilm stehen sie nebeneinander. In meiner Desktop-Philisophie fallen sie aber leider trotzdem aus der Reihe, da jede Arbeitsfläche prinizipiell so ein Widget-Layer ist. Deshalb könnten sie genauso normale Fenster sein, aber nein, sie müssen sich ja als Plasma-Panels der Widgets oder Sidebars einschränken. Das ist unter Compiz ein Vorteil, da der Widget-Layer nichts anderes war, als eine übergeodnete oder alternative Arbeitsfläche, auf der man, wenn man will, auch Firefox platzieren kann. Die Widgets wiederum lassen sich auch überall platzieren, wie normale Fenster auch.

Docks und Iconbars

Zu nichs nütze. Um eine Icon-Leiste halbwegs benutzten zu können, muss man alle Programme und Funktionen irgendwie geordnet reinzeihen, sich die Icons merken, doch wieder herum suchen usw. Wenn ich ein Programm nicht oft benutze, weiß ich dann wie sein Icon aussieht? Nein. Ich suche ewig. Weiß ich wie es heißt? Vielleicht, dann kann ich es in die Suchleiste/Spotlight/KRunner eingeben. Wenn nicht - Ordner Programme öffnen und suchen. Die alphabetische Sortierung bringt mit jetzt garnichts.

Man könnte vielleicht Argumentieren - Ok, dieses blaue Icon mit dem Ps drauf, das kennt jeder. Doch jeder der das Icon kennt, weiß auch, was sich für ein Programm dahinter verbirgt, wie es heißt und wie es aussieht. Deshalb findet er es auch, wenn es schon auf einer Arbeitsfläche läuft, wenn er es in der Suchleiste eingibt oder in Kategorien sucht.

Und genau diese Kategorien machen für mich ein besondere Stärke des KDE-Menüs aus. Anwendungen sind sortiert nach ihrem Einsatzbereich und heißen nach ihrer Funktion. Wenn man einen Webbrowser will, dann schaut man unter Internet und öffnet Webbrowser (und nicht Expolorer, Safari und wie sie sich alle schimpfen). Wenn man das Programm kennt, erkennt man das Icon und kann auch den richtigen Webbrowser öffnen. Zudem sind die Kategorien ziemlich eindeutig, sodass man sich eigentlich sicher sein kann, wo man das gesuchte Programm findet. Und das funktioniert eben auch, wenn man ein Programm lange nicht mehr benutzt hat, ja sogar wenn man das Programm noch nie benutzt hat.

Aber was ist jetzt der Nachteil von Docks, außer dass sie keinen Vorteil bringen? Sie hängen überflüssig in der Gegend herum und ploppen auf, klappen hoch und wollen mit Icons gefüllt werden, was im Endeffekt nur aufhält.

Icons

Nur weil unmenschliche Ansammlungen von Icons sinnlos erscheinen, heißt das noch lange nicht, dass Icons generell sinnlos sind. Im Gegenteil. Sie erscheinen als visuelle Hilfen in Toolbars, weisen in Fehlermeldung auf die Schwere und Art des Fehlers hin und dienen als Status-Indikator. Nur was eben nicht passieren darf, sie als Alias anstatt Text einzusetzen. Denn jedes Icon kann fehlinterpretiert werden und auch wenn ein Bild mehr als tausend Worte sagt, kann ein Piktogramm doch nicht alles sagen. Bei meiner Recherche über UI Design bin ich z.B. über eine „Down for Maintenance“-Meldung auf humanized.com gestolpert, die sich aber nicht sofort als solche identifizieren lies. Als ich nach Informationen zum „Humanized Reader“ gesucht habe, gelangte ich über einen Link auf diese Seite:

Humanized oder nicht - ohne icon problematisch

Humanized oder nicht - ohne icon problematisch

Da die Seite fast nur leer ist und größtenteils aus einem Header und einer Sitemap besteht und der eigentliche Content total untergeht, hielt ich die Seite zuerst für eine Projektübersicht. Dann habe ich ein paar Projekte in neuen Tabs geöffnet und auch die Seite des Readers. Nach dem Schließen des Tabs war ich - Überraschung - wieder auf der selben Seite. Was sich wie ein unwichtiges Motte gestaltet, war, wie ich dann bemerkte, der eigentliche Content der Seite. Was ist hier schief gelaufen? Was könnte man verbessern?

Zunächst einmal muss eine Webseite hauptsächlich aus Content bestehen. Das aktuelle Design meiner Seite wollte ich eigentlich wieder verwerfen, weil der Header auf kleineren Bildschirmen als meinem eigentlich zu groß ist. Im Endeffekt fällt jetzt der Header aber durch die dunkle Farbe (hoffentlich) etwas heraus. Und er wird auch nicht verschwendet, da er eine fast komplette Sitemap anzeigt. Dann folgt der Content in strahlendem Weiß - nicht unabsichtlich weiß, denn Weiß ist die Farbe des Contents. Alle Fenster, Textfelder etc. sind weiß (oder hell). Dann ist der Footer klar abgetrennt, indem er wieder dunkler gestaltet ist.

Während humanized.com den Footer sogar noch durch Farbliche Überschriften vor den Content stellt. Eine Infographik, die auf irgendeine Art den Fehler hervorhebt hätte natürlich auch viel weiter geholfen. Aber nur eine Infographik wäre wieder schlecht, da man nicht wüsste was für ein Fehler überhaupt aufgetreten ist. Man ertappt sich vielleicht auch manchmal, dass man eine Funktion im Menü wählt, einfach weil man das richtige Icon nicht findet. Icons also immer mit Text verbinden. Es gibt natürlich Ausnahmen: Play/Pause, RSS etc. dennoch nicht zu viel als bekannt annehmen.

Kontextmenüs

Eine Technik, die von vielen UI Designern vielleicht unterschätzt (räusper...Apple?) wird ist das Kontextmenü. Als ich mich bei Humanized umgeschaut habe, habe ich festgestellt, dass sie im wesentlichen KRunner und Linux wollen, aber es anscheinend nicht wissen oder wahrhaben wollen. Außerdem wollen sie zu ihrem Kontext immer alle möglichen Aktionen via eintippen verfügbar machen. Doch warum ständig eintippen?

Der Computer kann den Content recht gut erkennen (URL? Adresse?) und ein entsprechendes Kontext-Menü anbieten. So kann man in KDE sogenannte Auflappmenüs definieren. Diese funktionieren so: Man selektiert Text, klickt auf die Aufklapp-Taste (wenn man will auch Capslock oder irgendeine sinnlose Zusatztaste an der Maus, ich habe z.B. „Rollen“) und schon bietet Klipper verschiedene (konfigurierbare) Aktionen an.

Ähnlich funktionieren Kontextmenüs, die z.B. Rechtschreibprüfung oder andere Aktionen anbieten können. Auch das Kombinieren von Kontextmenüs mit Drag&Drop ist denkbar und wird schon z.B. beim Bewegen von Dateien verwendet. Zudem sind Kontextmenüs unsichtbar, d.h. sie rauben ihrem Kontext, also dem Content, keinen Platz.

Tableisten, Taskbars, Exposé

Es ist schon schlimm: Anstatt den Programmen genug Platz zu geben um sich auf den Desktops zu verbreiten, deplatziert man sie in Taskleisten, Tabs und Icons, die man dann kaum noch den Fenstern zuordnen kann, die keine Ordnung haben, die keine Funktion haben, als die dritte Dimension im Desktop benutzbar zu machen, welche sich ja auch als unbrauchbar herausgestellt hat. Und die Tabs sind dann nicht hintereinander, wie man das vielleicht erwarten würde, sondern völlig willkürlich nebeneinander platziert.

Man versucht sich natürlich zu helfen - mal mit Vorschaubildchen, mal indem man gleich nur deplatzierte Vorschaubildchen präsentiert, mal sind die Fenster auch in einem Stapel dargestellt. Doch am Ende ist es immer das selbe - anstatt ein Fenster mit seiner Position, seiner logischen Verankerung auf der Arbeitsfläche zu verbinden werden die Fenster durch gemischt und verstümmelt. Wer legt sich schon 5 DIN A4-Seiten auf den Schreibtisch und wenn er die nächste Seite ansehen will, packt er zuerst alle auf einen alphabetischen Stapel und schaut dann die Überschriften durch, bis die Richtige Seite gefunden ist und breitet dann alles wieder aus. Das macht keinen Sinn. Stattdessen legt man die Blätter nebeneinander auf dem Schreibtisch aus, ähnliche Quellen zusammen, mehrere Seiten in ihrer Reihenfolge und wenn man wo anders weiter Lesen will, löst man sich aus der Vertiefung ins aktuelle Dokument, verschafft sich von etwas weiter weg einen Überblick und man findet und liest das andere Dokument.

Am Computer geht das sogar noch weiter - man hat ohne Probleme mehrere Schreibtische: Genau wie man sonst einen Esstisch, einen Computertisch, eine Werkbank und eine Leinwand hat, kann man am Computer Anwendungen in Desktops zusammenfassen. Systemübergreifende Taskleisten, die schnell und einfach über das wichtigste informieren, z.B. tray icons schaffen dann die Verbindung - wer will schon am Computer sitzen, wärend in der Küche das Essen verbrennt.

Compiz schafft es sehr erfolgreich auch das wechseln zwischen den Arbeitsplätzen einfach und schnell zu gestalten mit entsprechender Konfiguration.

Ich denke die meisten Misskonzeptionen sind noch Überreste von alten Zeiten. Als man in Windows 3.11 die Fenster nur in Desktopsymbole umwandeln konnte, schien es eine Lösung für die unbenutzbaren Fensterstapel am unteren Bildschirmrand eine Leiste anzubringen mit allen laufenden Programmen. Doch die Programme wurden immer mehr und vielseitiger. Heute kann man auf ganz andere Möglichkeiten zurückgreifen, auch diese Programme zu verwalten und man sollte sie auch nutzen.

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OpenSUSE 11.1 gibt sich zickig...

08.03.2009, 12:50

In den Letzten Tagen kam ich dazu, manchmal freiwilliger, manchmal weniger, einiges neues an Hardware u. Software zu testen. Darunter Dell, Vista, KDE4. Hier mal ein paar Dinge zu OpenSUSE 11.1 mit KDE 4.1, hauptsächlich was GUI und Apps angeht.

OpenSUSE 11.1

Der erste Eindruck von KDE 4.1 usw. war wirklich etwas ... durchwachsen. Direkt nach der Installation wollte Linux erstmal nicht booten, sondern irgendwas mit meiner Festplatte machen, was ewig gedauert hat und am Ende doch abgebrochen ist. Dann ist Firefox abgestürzt, und meine .bashrc konnte KDE außer Betrieb setzten. Plasma war auch einmal eingefroren und entstellt.

Dann beginnt man sich nach Vorteilen umzusehen - was davon hatte ich eigentlich im guten alten KDE 3 nicht besser? Gut es sieht anders aus, aber bei KDE 3 hatte ich zumindest den Style von GTK, GNOME und KDE Anwendungen einheitlich und zentral einstellbar. Und KDE4 kommt jetzt mit seinen nervig-runden Buttons überall.

Plasma: Ok ich kann alles einstellen. Konnte ich auch schon vorher. Sogar teilweise schneller. Dolphin: Wo sind die ganzen tollen Plugins (z.B. für SVN) hin? Okular: Kannte Firefox am Anfang nicht (jetzt schon). Compiz: Kann man nicht mehr so leicht einstellen, wo ist der CCSM? Ich erinnere mich noch als Compiz noch Productivity brachte, leider nicht so in KDE4, wo eigentlich nur noch Effekte zu sehen sind, aber kein Nutzen dahinter. Alles ist so kompliziert und langwierig wie am Mac.

Naja, irgendwie nett sind die neuen Anwendungen, der Physik-Simulator Step, 3D-Glubus Marble usw. Auch die Widgets sind nicht schlecht, auch wenn die Widgets, die ich zurzeit verwende, alle nicht allzu schön benutzbar sind: Das Twitter Widget zeigt den Text teilweise übereinander an, der Rechner lässt sich kaum mit der Tastatur bedienen und der „Bilderrahmen“ hängt auch nur auf dem Desktop herum.

Auch andere Dinge nerven: KMail hat keine globalen Kurzbefehle, weshalb ich die häufig benutzte Taste an meiner „Multimedia-Tastatur“, nämlich die Mailtaste, nicht mehr verwenden kann - unter KDE3 lief das ohne Konfiguration einfach so. Zum Glück macht des der neue KRunner wieder wett - Alt+F2, Name eintippen, Email anwählen und schon kann man los schreiben. Wenn KRunner nicht abstürzt, was in 70% der Fälle auch passiert.

Im Texteditor gibt es den Befehl Rückgängig nicht mehr im Kontextmenü. Es gibt keine Methode schnell etwas mit der Maus rückgängig zu machen. Man muss den Button in der Toolbar nehmen oder an die Tastatur. Das dauert mindestens 10x so lange. Das hat nichts mit einfach oder übersichtlich zu tun, sondern raubt wertvolle Zeit.

Der Menüeditor lässt sich nur noch vom Kontextmenü der Gecko-Taste aufrufen und nicht überall im Menü.

Immerhin funktioniert mit dem neuen Kernel ACPI wieder, auch wenn das Suspend to Disk nicht immer klappt. Außerdem habe ich mal einen kurzen Blick auf KDE 4.2 geworfen, wo sich einiges hiervon verbessert hat und da die nächste OpenSUESE-Version 11.2 schon KDE 4.3 beinhalten wird, denke ich, hoffe ich, bis dahin hat sich einiges verbessert.

Ich denke ich werde hier nach und nach Verbesserungen hinzufügen können.

Vista

Da der Ruf Vista vorauseilt, sieht man es nicht oft irgendwo installiert. Eigentlich setzt es sich nur ganz langsam durch, weil es auf neuen Computern eben installiert ist - eigentlich schon Zeugnis genug. Mit einem Laptop kam eben jetzt auch Vista ins Haus. Und der erste Blick ist etwas erfrischender als bei KDE. Wirklich stolz scheint Microsoft ja auf seine blurrigen Fenster zu sein, die sieht man überall. Doch vor allem die Software, die Dell da noch so mit liefert, macht nochmal den Wow-Effekt aus. Denn für den Fun-Faktor (für was anderes benutzt man sonst Windows xD) punktet die Dell Webcam Anwendung. Sie hat eine eingebaute Gesichtserkennung, die in realtime Augen, Mund usw. erkennt und verzerrt. Außerdem kann man zwischen Bärten, Brillen, Frisuren, Haaren und Hüten wählen um sich mal so richtig „rauszuputzen“. Das ganze kann man dann auch gleich mitfilmen und auf youtube laden:


Dell Webcam Fun

Es gibt übrigens auch noch andere spaßige Sachen die man mit einer Webcam andfangen kann: Argumented Reality und Slit Scan.

Nicht schlecht ist auch, dass Dell ein „Dock“ mitliefert, in dem Programmstarter als Symbole kategorisiert abgelegt werden können. Denn obwohl man bei Vista eine Suche im Startmenü hat, eine richtig gute Übersicht auch über seltenere Programme kann eigentlich nur eine Kategorisierung bieten.

Wenn ich mich entscheiden müsste, zwischen Vista und OpenSUSE würde ich wahrscheinlich trotzdem OpenSUSE nehmen...

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Compiz bringt Productivity!

11.12.2008, 19:09

Man kennt das ja von Dingen, die gut aussehen: Sie bringen nichts. Außer eben gut aussehen. Vor allem Gadgets und Apple-Prudukte sind davon betroffen. Nicht so der Windowmanager Compiz. Man muss ihn eben richtig einstellen, und da will ich mal ein bisschen Inspiration geben:

Jeder, der einmal einen stolzen Macbook-Besitzer gesehen hat, wie er mit allen zehn Fingern auf seinem Tatschpad herum gewühlt hat, oder den Business-Man, wie er auf seinem Smartphone herum doktert, fragt sich, wozu man eigentlich noch eine Maus hat. Doch dieses altbewährte Zeigegerät hat mehr als genug Stärken und die sollte man auch nutzen. Am besten möglichst häufig, und da trifft es sich gut, dass sich im Compiz Settings Manager zu fast allen Aktionen Maustasten zuweisen lassen.

Doch wozu was zuweisen? Nichts beschleunigt die Arbeitsgeschwindigkeit wie weitere Monitore auf dem Schreibtisch. Doch da der Platz meistens (hier nicht so) eher begrenzt ist, nutzt man alternativ virtuelle Bildschirme. Diese Lassen sich bei Compiz' standard Einstellung nur mit STRG+ALT+Links/Rechts wechseln. Das ist ziemlich aufwändig, hier muss etwas schnelleres her. Zuerst wird STRG+ALT auf SUPER (=Windowstaste) umgestellt, falls man nicht schon viele andere Shortcuts auf dieser Taste hat. Das hilft dann leider nur, wenn man gerade mit der Tastatur arbeitet. Also etwas mit der Maus: Am Bildschirmrand scrollen. Dazu bei Rotate Cube, Bindings, Rotate Left die Seiten anwählen und auf Button4 (Scrollrad Oben) stellen, bei rechts analog nur mit Button5 (Scrollrad Unten). So lässt sich schon schnell durch die Desktops scrollen. Dann hab ich noch bei Initiate eingestellt, dass beim gedrückt halten des Scrollrads (Button2) am Rand der Würfel frei rotierbar ist.

Doch man hat ja generell auch mehrere Fenster offen. Es empfiehlt sich das Scale-Plugin auf eine der Bildschirmecken zu legen. Nur ich verliere im Fenstergewirr so ab sieben Fenstern trotzdem schnell die Übersicht, dagegen kann man die verschiedenen App-Switcher auf die Seitenränder legen. So wechsle ich mit dem normalen Alt+Tab-Switcher durch die Fenster der Arbeitsfläche, wenn ich am unteren Bildschirmrand scrolle. Wenn ich mit der Maus an die obere Kante fahre und rechtsklicke öffnet sich der Shift-Switcher, mit dem man im Vista-Style oder im Cover-Flow-Style durch die Fenster scrollen kann. Das dürften erstmal genug Methoden sein das Fenster zu wechseln.

Auf die untere linke Ecke habe ich Show Desktop gelegt, die untere rechte Ecke bleibt unvergeben, da man sonst beim Aufrufen des Menüs zu oft hinein kommt. Recht nützlich ist es auch das Expo-Plugin auf eine Ecke zu legen, es verschafft einen schnellen Überblick über die Arbeitsflächen und man kann schön die Fenster umherziehen.

Zusätzlich kann man den Seiten noch Aktionen für die linke/rechte Maustaste zuweisen, falls man noch Plugins hat, die man öfters benutzt. So zeigt sich mein Widget-Layer (Dashboard), wenn ich am unteren Bildschirmrand klicke. Mancher hat vielleicht auch noch zusätzliche Tasten an der Maus, die könnten das Gewirr mit den Rändern sparen. Übrigens, wenn man am Rand und an den Ecken Aktionen auf Berührung ausführen will, dann ist es fast Glückssache, die richtige Aktion zu bekommen. Deshalb benutze ich bei den Rändern immer Maustasten als Auslöser.

Überblick

Hier ein kleiner Überblick, was ich wo hin gelegt habe:

  • An seitlichen Rändern scrollen: Arbeitsflächen wechseln
  • An seitlichen Rändern Scrollrad gedrückt halten: Würfel rotieren
  • An seitlichen Rändern Rechtsklick: Fenster auf Arbeitsfläche mitnehmen.
  • Unten Scrollen: Normales Fensterwechseln
  • Oben Rechtsklick: Shift-Switcher über alle Arbeitsflächen
  • Ecke links-oben: Expo
  • Ecke rechts-oben: Scale
  • Ecke rechts-unten: Zeige Desktop
  • Ecke links-unten: bleibt frei
  • Am unteren Rand klicken: Widget Layer

Und alle geänderten Einstellungen als .profile-Datei exportiert:

Viel Spaß beim produktiven eye-candy Mausschubsen.

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Compiz Fusion Update

01.11.2008, 15:02

Am Donnerstag war es mal wieder so weit: Alle Software wieder auf den neuesten Stand bringen. Spektakulärer als die Updates von GIMP, Blender, kernel, nVidia-Treiber, OpenOffice 3 und Firefox war auf jeden Fall Compiz mit seinen neuen Effekten:

Gleich beim ersten Mausschubbser merkt man, dass sich die Performance deutlich verbesset hat. Könnte natürlich auch daran liegen, dass ich meien Graphiktreiber von 100.~ auf 173.~ geupdated habe. Wie auch immer: Während sich vorher der Cube schon bei aktivierter Transparenz mit einer gefühlten Framerate von um die 20fps bewegt hat, muss mann nun den Gauss-Weichzeichner ordentlich hochdrehen um an ähnliche un-Sanftheiten zu kommen.

Achja, der Gauss-Weichzeichner ist (zumindest für mich) auch neu. Die transparenten Titelleisten der Fenster sind jetzt also „blury“. Doch damit nicht genug. Das Terminal urxvt (über YAST2 installierbar) kann, im Gegensatz zu konsole, dem Windowmanager eine RGBA-Farbe als Hintergrund weitergeben. Dann stellt man nur noch in Compiz ein, dass entsprechende Fenster ihre Hintermänner bluren sollen und schon hat man ein optisch äußerst ansprechendes Milchglas-Terminal. Man kann sogar die Schrift etwas schönen und den hässlichen Rahmen entfernen und fasst dann die Konfiguration in diesem Aufruf zusammen:

urxvt -g 125x30 +sb -depth 32 -fg black -bg rgba:9999/9999/9999/9999 -T 'blurry urxvt' -fn 'xft:DejaVu Sans Mono-11:dpi=81' -b 0

Ein bisschen rückständig ist nur der neue Konfigurator (CCSM). Um es n00bies einfacher zu machen, das Ganze zu konfigurieren, kann man jetzt zwar einfach, aber nicht mehr so flexibel konfigurieren. Alle Aktionen lassen sich jetzt nur entweder mit der Tastatur, der Maus, oder Bildschirmecken initiieren. Das bedeutete für mich, das ich leider meine frühere (tolle) Konfiguration aufgeben musste. Damals konnte ich mit der Maus in die untere linke/rechte Bildschirmecken fahren, und die Arbeitsfläche hat nach links/rechts gewechselt. Jetzt wechsle ich die Arbeitsflächen, indem ich am Bildschirmrand scrolle. Das hat zwar den Vorteil, dass man schneller umkehren kann, wenn man zu weit gewechselt hat (ist mir früher oft passiert, dann musste ich nochmal um den ganzen Cube wandern), aber leider ist das mit der Richtung nicht so intuitiv, schließlich kann ich nicht seitlich scrollen.

Ein richtig neues Feature dürfte die Würfel-Deformation sein. Da fragt man sich wirklich warum das Teil noch Würfel heißt. Anfangs hatte er immer 6 Seiten. Bei mir haben die 4 Desktops aber nie gereicht, deshalb hatte ich traditionell ein Prisma mit 5 Desktops. Außerdem waren ja wohl die Seitenlängen nie gleich lang, allein wegen des Bildformats des Monitors (16:10).

Jetzt kommt noch erschwerend hinzu, dass es mit dem neuen Plugin möglich ist, den Würfel beim Drehen in einen Zylinder oder eine Späre zu pressen. Der Zylinder ist eigentlich ganz hübsch, deswegen bei mir jetzt auch Standard. Mit der Späre konnte ich mich nicht so anfreunden. Sieht zwar wirklich mega-futuristisch aus, aber passt eben nicht so wirklich mit den rechteckigen Fenstern und Desktops zusammen.

Naja, immerhin fällt beim fröhlichen Rotieren auch ein weiterer neuer Effekt auf: Die schwebenden Fenster. Während man den Würfel dreht, kleben die Fenster nicht, wie früher, platt am „Würfel“, sondern biegen sich nun in einiger Entfernung um z.B. die Späre. Damit kann man auch besser versteckte Fenster erahnen.

Eigentlich habe ich mir vom Compiz-Update kaum etwas erhofft, doch meine Erwartungen wurden mal wieder übertroffen und die Zylinder-Verformung ist hübscher als ich dachte.

Noch ein kleiner Tipp: In der neuen Version hat Compiz seinen eigenen Screenshot-Event auf die Taste „Drucken“ gelegt, und überschriebt damit manchmal die Standardeinstellung von KDE mit gnome-screenshot, was normal auf KDE-Systemen nicht installiert ist. Damit man in KDE wieder auf Knopfdruck Screenshots machen kann, einfach unter General Options > Commands > Screenshot commands bei Screenshot command line folgendes eingeben: ksnapshot und bei Windows screenshot command line muss ksnapshot -c stehen. Dann sollte alles wie gewohnt klappen.

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