Bernhard Häussner
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100. Blogeintrag

26.02.2011, 15:12

Das ist nun also der 100. Blogeintrag, und er enthält eine kleine Chronik.

Die Graphik hier ist übrigens ein Screenshot aus einer Processing-Sketch, wo ich mit ein bisschen Java-Code eine Timeline zusammengestrickt habe, die die chronologische Verteilung der Blogeinträge zeigt und die Verlinkung mit den häufigsten Tags. Man sieht eindeutig, wann ich in Bremerhaven bzw. Wilhelmshaven war.

Angefangen hat das Blog als kleines Experiment. Ich hatte schon länger vor meine diversen Seiten in einer großen, irgendwie dynamischen, Seite unterzubringen und zu dokumentieren. Tatsächlich hatte ich wohl schon die ein oder andere Blog-ähnliche Seite gebastelt, mal um Smarty zu testen, mal um AJAX zu testen, außerdem hatte ich natürlich eine Menge Design-Entwürfe. Irgendwann musste ich all dies unter einen Hut bringen, und da ich meine Festplatte formatiert hatte, konnte ich bei 0 anfangen.

Der neue Plan war: Meine Seitenstrukturen mit XML-Dateien basteln, und außerdem objektorientiertes PHP schreiben.

Beide technischen Experimente sind inzwischen etwas veraltet. Meine PHP-Klassen von damals entsprechen heute nicht mehr meinen Ansprüchen, außerdem gibt es ja inzwischen Namespaces. Und das mit dem XML hat sich als problematisch herausgestellt, da bei jedem Seitenaufruf eine Menge XML-Dateien verarbeitet werden müssen. Zum Glück ist die Server-Hardware leistungsstark und die Besucherzahlen sind nicht zu hoch.

Andere technische Errungenschaften waren: Eine eigene Markup-Sprache, „progressive enhancement“ mit jQuery und PHP-Klassen-Autoloading.

Der erste Blogeintrag Hello World! wurde am 15.10.2008 geschrieben. Damals gab es allerdings noch kein CMS, das bedeutet des Eintrag wurde direkt in die Datenbank geschrieben. Online ging die Seite dann gut zwei Monate später, am 19. Dezember 2008. Das schließe ich jetzt einfach mal aus den ersten Log-Einträgen:

84.56.72.255 - - [19/Dec/2008:14:18:14 +0100] "GET / HTTP/1.1" 200 566 "-" "Mozilla/5.0 (Windows; U; Windows NT 5.1; de; rv:1.9.0.4) Gecko/2008102920 Firefox/3.0.4"
[...]
92.75.61.95 - - [19/Dec/2008:19:31:46 +0100] "GET /index.php HTTP/1.1" 200 3001 "http://78.47.239.227/blogentry.php?link=28_Pretty_Good_Privacy_%28PGP%29" "Mozilla/5.0 (X11; U; Linux x86_64; de; rv:1.9.0.3) Gecko/2008092700 SUSE/3.0.3-4.4 Firefox/3.0.3" 

Ich stelle gerade erstaunt fest, dass die Links von damals, noch mit IP-Adresse und ohne die „schönen“ URLs, noch immer wie gewünscht weitergeleitet werden.

Auch an der live-Seite wurden immer weitere Verbesserungen vorgenommen, wie „schöne“ URLs mit htaccess, Kurz-URLs, erklärte Abkürzungen, und viele jQuery-Spielereien. Meine Aufzeichnungen über diese Seite finden sich allesamt unter dem Tag Projekt: Mein Blog.

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5gon

21.01.2011, 18:45
5gon-no1-seq01-0001-blackCrystal-w1

5gon-no1-seq01-0001-blackCrystal-w1

Im Rahmen meiner Studien zu Pentagrammen, Fünfecken, und ähnlichem sind ein paar interessante Geometrische Figruen entstanden.


Pentagramm [5gon-no3-seq01-all]

Dodecaicosahedron (seq4)
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Pentagramme, 5-Ecke, √5 und Φ

21.01.2011, 18:44

In letzter Zeit habe ich mich mit den Winkeln und Strecken-Verhältnissen in Fünfecken und Pentagrammen beschäftigt, und bin dabei auf allerlei Vielfache der Wurzel 5 und der Goldenen Zahl Φ gestoßen. Dem zweidimensionalen Pentagramm, wie auch dem Dodekaeder, und in gewisser Weise auch dem Ikosaeder liegt das Fünfeck als Baustein zugrunde.

Pentagramm und Fünfeck

Die Winkel im Pentagramm sind fast alle 36°, oder Vielfache, wie 18°, 72°, 108°, 144°. Die Längenverhältnisse sind schon interessanter: Beim Fünfeck stehen Diagonale (in der Skizze blau) und Seitenlänge (magenta) im Verhältnis des Goldenen Scnittes, genauso im Pentagramm der große (hellblau, [AS]) und der kleine (hellmagenta, [SS'']) Abschnitt (gleichzeitig Seite des kleinen Fünfecks) der Seite. Dadurch, dass das Pentagramm aus den Diagonalen des Fünfecks gebildet wird, kann man von der Seitenlänge des kleinen Fünfecks auf die des Großen schließen:

[AD] = d(S,S'') + 2*Φ*d(S,S'')
[AD] = Φ*[AB]
1/Φ  = Φ - 1

[AB] = [ d(S,S'') + 2*Φ*d(S,S'') ]/Φ = ( 1/Φ + 2 )*d(S,S'') 
     = (Φ + 1)*d(S,S'')

Interessant für meine Zwecke war dies, um die Polarkoordinaten aller Punkte herauszubekommen. Dabei dient M als Ursprung, und wenn die drei Punkte A, M' und S bestimmt wurden, lassen sich die übrigen Punkte durch Rotation finden. Durch Rotation (und Spiegelung) der beiden in Cyan markierten Strecken lässt sich das gesamte Pentagramm bilden. Das habe ich bei meinen Konstruktionen verwendet. Der Azimut φ ist bei allen 3 Punkten trivial. Allein der Radius r bedarf einiger Überlegung.

Zum Glück hilft Wikipedia hier mit 2 recht praktischen Formeln für In- und Umkreisradius, sodass man sich einiges Gerechne mit Dreiecks-Ähnlichkeiten, Pythagoras etc. sparen kann:

r_i = a/10 * √(50+10√5)
r_u = a/10 * √(25+10√5)

Da r(M') der Inkreisradius des kleinen Fünfecks ist, r(S) der Umkreisradius des kleinen Fünfecks und r(A) der des großen ist, kann man die Entfernungen zunächst leicht als Vielfache der Kantenlänge des kleinen Fünfecks (d(S,S'') hier a) schreiben:

r(M') = a/10 * √(25+10√5)
r(S)  = a/10 * √(50+10√5)
r(A)) = (Φ+1) * a/10 * √(50+10√5)

Die Länge a wird nicht benötigt, und ich habe r(M') auf 1 festgelegt. Dann löst man auf:

r(M') = 1
a     = 10 / √(25+10√5)
r(S)  = √(50+10√5) / √(25+10√5)
      = -1 + √5
r(A)) = (Φ+1) * √(50+10√5) / √(25+10√5)
      =  1 + √5
      =  3.2360679774997896964091736687312762354406183596115257...

Hier ergeben sich überraschend sehr einfache Zahlenverhältnisse. Zumal da ich nicht wirklich sehe, wie man die Wurzeln so fein auflösen kann, aber der Computer schafft es irgendwie.

Dodekaeder und Ikosaeder

Offensichtlich kann man ein Dodekaeder aus 12 regulären Fünfecken bauen. Doch auch die Kanten des Ikosaeders bestehen aus den selben (also gleich ausgerichteten) 12 Fünfecken. Dies wird in der Videoanimation klar:


Dodecaicosahedron (seq3)

Übrigens sieht man in der Animation für 1 Frame einen Ikosidodekaeder, der ebenfalls gebaut werden könnte.

Einige der Diagonalen und Kanten der Fünfecke kann man zu 3 („goldenen“) Rechtecken zusammenfügen, an deren Ecken alle Kanten zusammenlaufen. Diesen Sachverhalt kann man nutzen, um das Ikosaeder zu zeichnen, wie hier im Video beschrieben:


Ikosaeder zeichnen in 3 Schritten

Oder man scheidet die 3 Rechtecke aus Papier oder Pappe und „vernäht“ sie dann mit den übrigen Kanten. Dann entsteht eine Figur, wie oben im Foto. Dabei bin ich mir noch nicht sicher, ob es eigentlich trivial ist, die Kanten so mit einem durchgehenden Faden zu nähen, ohne dass man keine Kante doppelt, eine Ecke dreimal beschickt und dann wieder dort heraus kommt, wo man angefangen hat. Eine Art dreidimensionales Nikolaushaus. Ich habe es auf Anhieb geschafft, aber instinktiv ein bisschen Taktik verwendet und stets etwas voraugedacht... (Das ist sicher interessant zu modellieren, wenn man mal Zeit hat)

Update 2016-04-10

Inzwischen habe ich einen Brute-Force-Algorithmus entwickelt, der das „Vernähen“ lösen kann, jedoch ist dies natürlich wenig zufriedenstellend. Zusätzlich habe ich eine Processing-Sketch gebastelt, die solche Nähwege darsetellen kann. Aber ich sehe es noch immer als offenes Problem, das ordentlich modelliert zu bekommen.

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Einträge für die .bashrc

29.12.2010, 15:12

Die Datei ~/.bashrc enthält code, der bei jedem starten der bash ausgeführt wird. Dies wird verwendet, um aliase zu definieren oder Begrüßungsnachrichten anzuzeigen. (Wobei globale Begrüßungen in der MOTD besser aufgehoben sind. )

Über die Zeit habe ich einige Codefetzen gesammelt, die sich dort nützlich machen:


#Farbiger Promt, damit man z.B. erkennt, wo man eingeloggt ist:
PS1="\@ \[\033[0;35m\]\u@\\h\[\033[0m\]:\w> "

#kleine Spielerei
alias gn8="exit"

# Hiermit kann man die aktuelle Netzwerk-Konfiguration auslesen:
alias myip="/sbin/ifconfig"

# Prozess-Schnellsuche
alias psf='ps aux | grep -v grep | grep '

# Rechner
? () { echo "$*" | bc -l; }

# History: keine doppelten Einträge
export HISTCONTROL=ignoredups

# Keine Kommandos vergessen, außer unwichtiges
shopt -s histappend
export HISTSIZE=1000000 HISTFILESIZE=1000000
declare -x HISTIGNORE=exit:gn8

# Aktuelles Verzieichnis via HTTP (Port 8000) freigeben
alias webshare='python -c "import SimpleHTTPServer;SimpleHTTPServer.test()"'

# Manchmal muss man den Editor konfigurieren:
export EDITOR=vim

# Begrüßung:
if [ `date +%H` -lt 12 ]; then
  echo "Moin. "
else
  echo "Tach. "
fi

Die meisten Distributionen definieren schon ein paar aliase und anderes nützliches, weiteres findet sich z.B. auch im debian-Paket "bash-doc" und in diversen schier endlosen Threads im Netz. Man kann z.B. auch häufige Schreibfehler aliasen.

PS: Falls jemand noch ein paar brandheiße Tipps hat, hier gibt es eine Kommentarfunktion ;)

[Update 2011-09-01] Meine aktuelle .bashrc auf gist ist zwar auf Englisch, hat aber noch einiges mehr zu bieten.

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Mit 5 Ansätzen zum besseren Referat

20.11.2010, 15:08

Oft schon habe ich Schüler bei Referaten herumhaspeln sehen, und manchmal viel es bei aller Konzentration sogar schwer, zuzuhören. Ableser wirken unbeteiligt am eigenen Vortrag, frei zu Reden hilft zu umständliche Formulierungen zu vermeiden, bedarf neben angemessener Stoffsicherheit jedoch einiger Übung, welche mit diesen Tricks effektiver gestaltet werden kann:

Teile Auswendig lernen

Ein einfacher aber wirkungsvoller Kniff kann es sein, den ersten und den letzten Satz des Vortrags stur auswendig zu lernen. Der erste Satz des Vortrags muss beim Publikum bereits Interesse wecken und die Inhaltspunkte abstecken. Viele Redner beginnen nur mit einem "Äh... also"; mit einem vorgefertigten Einleitungssatz lässt sich dies vermeiden. Eine spannende These verbunden mit einem kleinen Wortwitz, genügt, um "Appetit" zu machen.

Der Schlusssatz ist ebenso wichtig, da sich der Zuhörer unmittelbar nach dem Referat an diesen Satz am besten erinnern kann. Daher empfiehlt es sich hier die Aussage zusammenzufassen und vielleicht sogar etwas zum Nachdenken anzuregen, denn dann beschäftigt sich der Hörer mit dem Thema und reflektiert den Vortrag, wodurch die Wirkung gesteigert wird.

Auch beim Referenten bewirkt die Praxis des Kreieren und Auswendiglernens positives; man wird sich über seine Aussageziele bewusst und speichert diese ganz sicher ab. So kann man vorbeugen, um nicht vom Faden abzukommen. Und auswendig gelernt kann man diese Kernsätze mit größer Sicherheit vortragen, was die Wirkung unterstreicht.

Auftreten

Denn ein sicheres Auftreten macht sehr viel aus. Nur wer von seiner Sache wirklich überzeugt ist, kann diese Überzeugung weitergeben. Dieses sichere Auftreten beherrschen nur wenige von Anfang an, aber man kann sich den Weg dorthin leichter machen.

Professionelles Auftreten in geeigneter Kleidung erhöht nicht nur die Akzeptanz beim Publikum, man fühlt sich selbst in der Lieblingsklamotte schließlich auch viel wohler als in der Alltagskluft. Vor dem Vortrag an etwas ganz anderes denken hilft, beim Beginn nicht gleich alle Sorgen im Kopf zu haben.

Mit diesen einfachen Maßnahmen klappt es vielleicht dann auch mit dem lässigen Blickkontakt.

Ängste überwinden

Gleichzeitig muss man sich vor Augen halten, dass das Publikum viel mehr verzeiht als man denkt.

Pausen im Vortrag werden, wenn sie sich nicht häufen, kaum negativ ausgelegt, sie können sogar nützlich sein, um etwas Zeit zum verarbeiten zu lassen und Aufmerksamkeit zu schaffen. Man kennt das vom Pädagogen, der nicht herum brüllt sondern plötzlich einfach nur innehält.

In der Wahrnehmung des Zuhörers wirken Pausen zudem meist viel kürzer als in der des Vortragenden. Versucht man eine 10-sekündige Pause einzulegen, erscheint das dem Redner wie eine Ewigkeit, das Publikum jedoch beginnt erst zu bemerken, dass hier eine längere Zäsur gesetzt wurde. Greift man kurz zu einem Glas Wasser, erscheint das wie das natürlichste auf der Welt, und hilft doch, Fassung zu wahren. Mit diesem Wissen kann man sich in einer kurzen Pause beruhigt auf die Vorbereitung der nächsten Worte konzentrieren.

Und es gibt noch weitere Lückenfüller, die dem Publikum nützen, und mir Zeit zum neu orientieren lassen.

Zum Beispiel Wiederholungen und Zusammenfassungen. Für mich sind sie ohne große kognitive Leistung zu vollbringen und geben mit somit etwas Luft - für den Zuhörer verbessern sie das Verständnis oder schaffen Glaubwürdigkeit. Somit lässt sich Ahnungslosigkeit vermeiden, und es kann fast nichts peinliches mehr passieren.

Strategie

Solche rhetorischen Mittel können auch Teil einer Erklärungsstrategie sein. Strategisches Vorgehen hilft sowohl dem Publikum als auch dem Erklärer orientiert am Ball zu bleiben.

Zum Beispiel kann man einen Gegenstand erklären, Sachverhalte vom allgemeinen zum genauen analysieren, oder wiederkehrende komplexe Zusammenhänge mit einem prägnanten wiederkehrenden Wort beim Namen nennen.

Die einfachste Methode, den Vortrag "von außen" zu strukturieren ist sicherlich die Powerpoint-Präsentation. Hier bin ich sehr minimalistisch. Auf rein schwarze Folien setzte ich ein Schlagwort oder Anschauungsmaterial, wie Bilder oder Statistiken. Diese sollten in den Vortrag eingebunden werden und nicht länger als nötig vom Vortrag ablenken.

Script

Damit man sich nicht zu sehr an der Präsentation entlang hangelt (oder wenn eine Präsentation aus technischen oder anderen Gründen nicht drin ist) muss man einen Stichwortzettel, ein Skript oder ähnliches vorbereiten. Hier gilt es, möglichst alles auf ein Blatt zu bringen, damit man das gesamte Konzept im Vortrag bei Bedarf im Blick hat, ohne herumblättern zu müssen. Trotzdem muss man sich gut darauf zurechtfinden und im Vortrag leicht hinspitzen können, Miniaturschrift ist also schlecht. Es müssen folglich Inhalte selektiert werden und Schlafworte gefunden werden.

Den Stichwortzettel kann man zur Mindmap aufwerten. Diese beinhaltet zusätzlich graphische Elemente, die leicht erkennbar sind, und Zusammenhänge, welche gute Vorlagen für Übergange liefern.

Behält man sich diese Punkte im Hinterkopf, ist nur noch ein bisschen Übung gefragt, um Referate zu optimieren.

Oder kennt ihr noch gute Geheimtipps?

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