Bernhard Häussner
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Vergleich von Präsentations-Programmen für Vorträge

04.05.2015, 16:10
Für viele Vorträge ist Anschauungsmaterial unerlässlich

Für viele Vorträge ist Anschauungsmaterial unerlässlich

Fast immer wird gewünscht, eine Präsentation mit informativen Folien zu erstellen, wenn man einen Vortrag hält. Es gibt viele Meinungen, wie diese Folien genau auszusehen haben (schlicht, wenige Wörter, Stichpunkte...) und hier wird jeder mit der Zeit seinen eigenen Stil entwickeln, das wäre Stoff für viele weitere Blogeinträge. Jetzt soll es nur um die Programme gehen, welche zum erstellen der Präsentation und zum Gestalten der Folien verwendet werden. Dabei werde ich zu jedem die Stärken und Schwächen, die ich bei der Benutzung festgestellt habe, aufzählen.

Die folgenden Methoden und Programme werden im Folgenden verglichen:

  • Microsoft Powerpoint
  • LibreOffice Impress
  • LaTeX beamer-Klasse
  • Apple Keynote
  • Webseiten als Präsentation
  • Tageslichtprojektor-Folien

Microsoft Powerpoint

Microsoft Powerpoint ist das Präsentations-Werkzeug aus der Office-Suite von Microsoft.

Nachteile:

  • Microsoft Office kostet Geld, ja nach Lizenz etc. rund 100€ im Jahr. Powerpoint ist auch in den günstigsten Paketen enthalten.
  • Obwohl viele Programme eigentlich Powerpoint-Dateien importieren können, sind mit neueren Office-Versionen erstellte Präsentationen damit oft nicht richtig benutzbar.

Vorteile:

  • Gute Integration mit anderen Microsoft-Office-Produkten, es lassen sich beispielsweise Excel-Tabellen einfügen.
  • Die Präsentationen lassen sich in vielen Programmen importieren und mit dem kostenlosen Powerpoint-Viewer abspielen.
  • Der Funktionsumfang ist hoch, insbesondere ist Office auf vielen Geräten, wie Tablets, verfügbar, es gibt eine Clound-Integration zum Zusammenarbeiten und es lassen sich anschauliche Diagramme (Smart-Art-Grafiken) schnell erstellen.
  • Office ist in vielen Firmen der Standard für die Erstellung von Dokumenten und z.B. für viele Studenten kostenlos erhältlich.

Fazit: Powerpoint kann sich durch seine Platzhirsch-Postion behaupten und bietet einen sehr großen Funktionsumfang. Es ist jedoch vergleichsweise teuer und nicht open-source. Für normale Präsentationen ist es ein schnelles und brauchbares Tool.

LibreOffice Impress

Impress ist das Präsentations-Tool der open-source Office-Suite LibreOffice.

Nachteile:

  • Die mitgelieferten Vorlagen sind nicht so hübsch.
  • Es ist in kleinen Details nicht so schön zu bedienen.
  • Es ist vergleichsweise langsam.

Vorteile:

  • Kostenlos, open-source.
  • Im Gegensatz zu Powerpoint auf Linux verfügbar.
  • Arbeiten im Powerpoint-Format möglich.

Fazit: Impress taugt, um Präsentationen zu erstellen. Es ist jedoch nicht ganz so aufpoliert wie andere Tools. Durch die Kompatibilität mit Powerpoint kann es zur Not parallel zu Microsoft Office eingesetzt werden. Es ist im Bereich open-source das Standardtool.

LaTeX beamer-Klasse

»Für alle, die die Schönheit von Wissenschaft anderen zeigen wollen.«
User-Guide der beamer-Klasse

Die beamer-Klasse ist die beste Methode, Präsentationen mit LaTeX zu erstellen. Wie bei LaTeX-Drucksachen werden die Präsentationen in einer Markup-Sprache verfasst und dann als PDF ausgegeben.

Nachteile:

  • Wer LaTeX nicht kann/mag, wird sich mit der beamer-Klasse schwer tun.
  • Aufwändige Effekte und Multimedia-Einbettungen sind nicht mit allen PDF-Readern kompatibel.

Vorteile:

  • Kostenlos, open-source.
  • Sehr plattformübergreifend, da basierend auf LaTeX, die erstellten PDFs lassen sich fast überall abspielen.
  • Da LaTeX in vielen Bereichen der Standard für wissenschaftliche Publikationen ist, können LaTeX-Abschnitte direkt daraus übernommen und in die Folien integriert werden.
  • Gute Unterstützung von Inhaltsverzeichnissen und Folien-Navigation.
  • Zusammenarbeit über GitHub o.ä. sehr gut möglich, da textbasiertes Dateiformat.

Fazit: Mit der LaTeX beamer-Klasse werden alle Vorteile von LaTeX auf das Erstellen von Präsentationen übertragen, bei bei Präsentationen zu wissenschaftlichen Arbeiten ergeben sich hohe Synergie-Effekte. Wer ohnehin an wissenschaftlichen Dokumenten arbeitet, sollte die Präsentation auch gleich in LaTeX erstellen. Für alltags-Präsentationen ist die beamer-Klasse aber durchaus auch einsetzbar, hier ist es aber manchmal schneller mit einem WYSIWYG-Programm zu arbeiten.

Apple Keynote

Apple Keynote ist das Präsentations-Werkzeug, welches für Apple's Betriebsystem OS X gemacht wurde.

Nachteile:

  • Kostet rund 20€.
  • Läuft nur auf OS X und iOS.

Vorteile:

  • Arbeiten im Powerpoint-Format möglich.
  • Hübsche Präsentationen mit kindischen Effekten lassen sich sehr leicht erstellen.

Fazit: Keynote kommt mit einem sehr aufgeräumten Interface. Wer ohnehin nur mit Macs arbeitet und die tollsten Effekte will, ist mit Keynote gut bedient. In solchen unorthodoxen Kreisen ist Keynote aber auch schon fast wieder uncool und es gibt bei Details nicht so viele Einstellungsmöglichkeiten, wie bei Impress und Powerpoint. Da es etwas preisgünstiger als Powerpoint ist, kann es für kleine Präsentationsprojekte als günstigere Alternative dienen.

Webseiten als Präsentation

Präsentationen können auch als HTML-Seiten erstellt werden. Dank neuer Webtechnologien kann ein Webbrowser Präsentationen abspielen, die speziell angefertigte HTML-Webseiten sind, statt einem anderen Dateiformat. Es gibt einige Tools, wie reveal.js und impress.js, die Grundfunktionen hierfür bieten, wie etwa Folienübergänge.

Nachteile:

  • Kenntnisse über Web-Entwicklung hilfreich bis erforderlich.
  • Erstellen der Präsentation ist mitunter sehr mühsam.

Vorteile:

  • Kann überall abgespielt werden, es muss nur ein Web-Browser installiert sein.
  • Hohe Flexibilität beim erstellen eigener Effekte.
  • Es können Javascript-Programme live vorgeführt werden.
  • Präsentationen können wie Webseiten z.B. aus Datenbanken generiert werden.
  • Präsentationen können außerhalb des Vortrags im Internet wie eine Webseite verwendet werden.

Fazit: Wenn ohnehin viele Daten aus dem Web kommen oder zu dem Thema eine Webseite erstellt werden muss, kann hier vieles wiederverwendet werden. Im HTML-Code können einfacher eigene Formatierungen angegeben werden, als bei LaTeX, wenn man sich gut mit CSS auskennt. Allerdings wird hier das Erstellen von Präsentationen schnell zur mühsamen Programmierarbeit, wie man es vom Erstellen von Webseiten kennt. Webseiten-Präsentationen sind bestens geeignet, wenn man sie mit einer zusätzlichen Software erstellt, die den Schaffensprozess vereinfacht.

Tageslichtprojektor-Folien

Diese Tageslichtprojektoren an der Universität Würzburg bleiben weitestgehend ungenutzt.

Diese Tageslichtprojektoren an der Universität Würzburg bleiben weitestgehend ungenutzt.

Overheadprojektor-Folien sind die analoge Entsprechung der heutigen Präsentationen. Auf durchsichtige DIN-A4-Seiten wird Text gedruckt oder mit speziellen Folienstiften handschriftlich geschrieben. Indem man Folien passgenau übereinander legt, lassen sich Effekte erzielen.

Nachteile:

  • Mitunter teuer, Folien müssen gedruckt werden.
  • Die eigene Handschrift sollte gut lesbar sein.
  • Wirkt sehr altmodisch, kaum Effekte möglich.
  • Ein Tageslichtprojektor ist nicht überall verfügbar.
  • Digitalisierung handschriftlich erstellter Folien ist sehr mühsam.

Vorteile:

  • Die Folien sind garantiert mit jedem Tageslichtprojektor kompatibel.
  • Es ist leicht möglich, während des Vortrags die Folien zu annotieren oder gar interaktiv zu erstellen.
  • Einfache Zeichnungen und Diagramme lassen sich schnell erstellen.

Fazit: Tageslichtprojektor-Folien bieten zwar eine hohe Flexibilität während des Vortrags, die Technologie wurde inzwischen aber größtenteils von den besseren digitalen Alternativen abgelöst. Insbesondere der große Aufwand zum drucken bzw. schreiben der Folien verbannt die klassischen Folien in die Vergangenheit.

Zuammenfassung

Welches Präsentationswerkzeug nun zu wählen ist, hängt ganz von der individuellen Situation ab. Wer im Business mit Office unterwegs ist, und ausgefeilte Diagramme braucht, sollte zu Powerpoint greifen. Wer nur mal kurz ein paar Stichpunkte und Bilder auf die Leinwand werfen will, kann sich mit LibreOffice oder Keynote (für Mac) begnügen. Für (Natur-)Wissenschaftler empfehle ich LaTeX mit der beamer-Klasse. Die beste Integration mit dem Web und Drittsoftware lässt sich mit Webseiten als Präsentation erreichen. Klassische Tageslichtprojektor-Folien sind nicht mehr zeitgemäß.

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Hochauflösende Wallpaper finden und selbst herstellen

21.09.2014, 11:16
Zweimal 1920x1200 (3840x1200) ist eine eher ungewöhnliche Bildschirmauflösung

Zweimal 1920x1200 (3840x1200) ist eine eher ungewöhnliche Bildschirmauflösung

Wie findet man einen Desktophintergrund für große und ungewöhnliche Bildschirmauflösungen? Viele Wallpaper-Seiten bieten Desktop-Hintergründe mit verschiedensten Motiven, doch oftmals sind sie nur für gewöhnliche Bildschirmauflösungen geeignet. Was ist mit 3840x1200, 2560x1600 etc.? In diesem Text sollen drei mögliche Lösungen vorgestellt werden.

Das Problem

Für viele Computerbenutzer ist der Desktophintergrund das erste, was ihnen vor einem Arbeitstag am Computer begegnet. Der Wallpaper, also die Tapete für den Bildschirm, wird sorgsam ausgesucht und dient auch der Selbstdarstellung. Twitter-Nutzerin Panthera veröffentlichte sogar diesen hypothetischen Dialog:

»›Alter, wo warst du die letzten Monate??!‹
›Ich habe nach einem neuen Desktophintergrund gesucht.‹

Zusammenfassung meines Lebens.«
@Lady_Panthera auf Twitter
Auch wenn ich meinen Desktophintergrund vielleicht nicht monatelang auswähle, musste ich doch feststellen, dass die Suche nach einem geeigneten Bild regelmäßig einen viel zu großen Teil meiner Lebenszeit einnimmt. Gerade für ausgefallenere und große Bildschirmauflösungen wird es schwer, überhaupt taugliche Grafiken zu finden: Wallpaper-Seiten skalieren die Bilder einfach nur hoch, oder bieten nur eine geringe Auswahl.

Ich will somit drei kleine Tricks beschreiben, mit denen ich weitere Quellen für Desktop-Hintergründe anzapfe. Jede Methode wird kurz beschrieben und nach drei Kriterien bewertet: Dem Aufwand das Hintergrundbild herzustellen, die vorhandene Auswahl an Motiven und das Aussehen des Ergebnisses.

Lösung 1: Google-Bildersuche

Aufwand: klein. Auswahl: normal bis klein. Aussehen: sehr gut.

Eine Möglichkeit, geeignete Bilder zu finden ist die Google-Bildersuche. Gibt man z.B. den Namen eines bekannten Schauspielers ein, erscheinen sogleich zahlreiche Fotos. Diese sind meistens nicht als Bildschrimhintergrund geeignet, da die Auflösung zu gering ist. In den Suchoptionen unter „Größe“ kann man einen Filter hinzufügen, sodass nur ausreichend große Bilder angezeigt werden. Die Auswahl ist nun etwas eingeschränkt. Diese Bilder können mit einem Bildbearbeitungsprogramm auf das Seitenverhältnis des Bildschirms zugeschnitten werden. Zu vielen Suchbegriffen finden sich schnell qualitativ hochwertige Bilder.

Lösung 2: Skalieren mit Photoshop oder GIMP

Aufwand: etwas höher. Auswahl: sehr hoch. Aussehen: oft gut.

Manchmal findet sich von einem Motiv einfach keine hochaufgelöste Version. Als ich beispielsweise begonnen habe, bei den Sophisticates zu arbeiten, war mir klar, dass ich die Sophisticated Cat als Hintergrundbild brauche. Bei den Sophisticates arbeiten wir mit Macs und somit brauchte ich das Bild in der Auflösung 2560x1600. Da das Foto ein Standbild aus einem Musikvideo ist, musste ich mir etwas einfallen lassen, damit es in groß nicht einfach nur ein hässlich verschwommenes Pixelchaos wird. Ich lud das Bild kurzerhand in Photoshop, skalierte es hoch und wendete den Ölfarben-Filter an. In GIMP gibt es ebenfalls einen Ölgemälde-Filter. Diese haben den Effekt, dass aus der Ferne das Motiv noch gut zu erkennen ist und aus der Nähe nicht nur verschwommene Verläufe, sondern feine Strukturen zu sehen sind. Die hässlichen Artefakte eines hoch skalierten Bildes sind verschwunden.

Was könnte besser sein, als ein Desktop-Hintergrund selbst zu erstellen? Eine Möglichkeit ist es, mit der Digitalkamera Fotos zu schießen. Hier braucht man ein halbwegs potentes Modell, die Fotos meiner Handykamera sehen auf dem großen Bildschirm dann meistens doch nicht so gut aus. Auch hier kann man mit einigen Filtern nachhelfen.

Lösung 3: Zeichnen, Rendern oder Generieren

Aufwand: sehr hoch. Auswahl: je nach Kreativität. Aussehen: sehr gut.

Wenn man gewillt ist, etwas Kreativität und Eigeninitiative in das Hintergrundbild zu stecken, so kann ich noch eine weitere Lösung empfehlen: Das Erstellen von Grafiken mittels 3D-Editoren, Vektorgraphiken oder Programm-Code.

Mit etwas Spieltrieb und ästhetischem Gefühl, lassen sich in Vektorprogrammen, wie Inkscape, oder 3D-Programmen, wie Blender, bereits interessante Effekte erzielen. Ein Ansatz wäre es z.B. den eigenen Namen oder ein inspirierendes Zitat kunstvoll in Szene zu setzen. Bei Blender gibt es Materialien, Postprocessing und Beleuchtung, mit denen herumgespielt werden kann, bei Inkscape Verbverläufe, Weichzeichner und Konturen. Da beide Programme nicht mit Pixeldaten arbeiten, kann eine Ausgabe in beliebiger Auflösung erzeugt werden.

Ein weiterer Weg ist das Generieren von Bildern mittels kleinen Programmen. Hierfür muss man etwas mehr Einsatz zeigen, aber wenn man dann ein Programm geschrieben hat, welches wunderschöne Bilder erzeugen kann, kann man voller Stolz ein selbsgebasteltes Hintergrundbild verwenden. Tools wie Processing eignen sich sehr gut für die Erstellung von Grafiken.

Was noch?

Welche Methoden benutzt ihr, um ein tolles Hintergrundbild zu finden? Wie wichtig ist euch der Desktop-Hintergrund? Wenn ihr wollt, könnt ihr einen Kommentar hinterlassen.

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GIF-Animationen

24.08.2014, 08:01

Das Dateiformat mit dem Kürzel GIF ist im Internet und bei mir in letzer Zeit sehr beliebt. Das liegt daran, dass sich damit Animationen erstellen lassen, die in jedem Browser und auf vielen Geräten ohne großen Aufwand abspielbar sind. Einige sozaiale Netzwerke lassen auch das Hochladen von GIF-Animationen zu.

Im Gegensatz zu JPEG-Bildern können in GIF-Bildern mehrere Frames für Animationen abgespeichert werden. Nachteilig ist, dass eine schlechtere Kompression (maximal 256 Farben) verwendet wird: Die Ergebnisse erhalten u.U. deutlich mehr Artefakte als bei JPEG. Außerdem haben die GIF-Animationen oft eine größere Dateigröße als beim Speichern in einem Videoformat. Für kurze Animationen und nach der Anwendung von Dithering lassen sich jedoch recht brauchbare Ergebnisse erzielen. So habe ich z.B. in meinen Blogeinträgen Jonglieren und Ich. Und du? und Die eigenen Augen kennen lernen: Drei optische Tricks GIF-Animationen statt Videos verwendet.

Für die beiden Animation oben wurden mit dem 3D-Programm Blender Einzelbilder generiert. Hat man eine Reihe von Bildern für eine Animation, kann man sie mit ImageMagik zusammen seitzen:

convert -resize 640x360 -delay 4 frame-*.png anim.gif

Hierbei werden die Einzelbilder vorskaliert und dann in einem animierten GIF-Bild gespeichert.

Es ist auch möglich eine GIF-Animation aus einem (Teil eines) Videos zu erstellen. Dazu hat es sich als Praktisch erwiesen, zunächst die Frames z.B. mit FFmpeg zu extrahieren:

ffmpeg -i video.mp4 -f image2 frame-%3d.png

Dann kann man die Frames heraussuchen, die in die Animation sollen. Die beiden Animationen oben sind so entstanden.

Zusammenfassen lässt sich sagen, das GIF-Bilder in vielen Fällen eine gute Alternative zu Videos darstellen. Für kompliziertere Animationen sollte jedoch auf ein Videoformat zurückgegriffen werden.

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1245678 Mausklicks – Tendenz steigend

24.07.2014, 14:41

Vor einem knappen Jahr habe ich eine neue Maus bekommen, die Mausklicke und Scrollrad-Betätigungen mit zählt. Inzwischen haben sich schon deutlich über einer Million Klicks angesammelt.

Der Maustreiber der Roccat Savu ist sehr umfangreich und hat viele nützliche Funktionen. Zum Beispiel kann die Zeigergeschwindigkeit sehr genau eingestellt werden. Wenn jemand meinen Computer benutzt, findet er die Maus meistens viel zu schnell, aber bei zwei Monitoren muss man sich sonst viel zu weit herumbewegen. Außerdem können die Tasten zu Funktionen und Makros zugewiesen werden. Ich habe z.B. auf die beiden Daumentasten die Funktionen Fenster-Übersicht und Virtual-Desktop-Übersicht vom Better Desktop Tool gelegt, um den Überblick über alle offenen Fenster zu behalten.

Daneben gibt es auch noch ein paar Features, die eher Spielereien sind. Das Licht an der Maus konnte ich so einstellen, dass es orange pulsiert. Und es werden die Klicks gezählt, sowie die Bewegungsdistanz gemessen. Dies ist Voraussetzung für die R.A.D.-Funktion: Hin und wieder ertönt eine Frauenstimme „congratulations, you've earned a trophy“, wenn man z.B. eine gewisse Anzahl an Klicks erreicht hat.

Nun zu den Zahlen. Das hat die Maus bisher an Klicks gemessen:

Linke Maustaste704890 Klicks
Rechte Maustaste498820 Klicks
Mittlere Maustaste33000 Klicks
Daumentasten2150 Klicks
Gesamt1238880 Klicks

Und an Scroll-Schritten:

Hoch493320 Scrolls
Runter888990 Scrolls
Gesamt1382310 Scrolls

Offensichtlich wird öfter gescrollt als geklickt. Die beim Schubsen der Maus zurückgelegte Distanz liegt bei rund 4135 m, also knapp mehr als vier Kilometern, dies alles in den vergangenen rund 240 Tagen.

Daraus ergeben sich ganz erstaunliche Mittelwerte pro Tag. Ich klicke meine Maus durchschnittlich 5162 Mal pro Tag, das bedeutet alle 17 Sekunden einmal, dabei ist all die Zeit, die ich nicht am Computer verbringe mit eingerechnet! An einem Tag bewege ich meine Maus im durchschnittlich 1723 cm weit, und das auf einem Mauspad der Fläche 23x21 cm.


Eine Runde im Spiel League of Legends soll Vergleichswerte liefern.

Nun habe ich mich natürlich gefragt, wie solche Werte zustande kommen. Während bei normaler Büroarbeit wohl hauptsächlich die Tastatur zum Einsatz kommt und die Maus nicht so starkt belastet wird, könnten bei einem Computerspiel die Dinge schon anders stehen. Also habe ich ein League of Legends Match gespielt und die Werte vor und nach der ca. 40-minütigen Runde gemessen. Die Differenzen:

Linke Maustaste190 Klicks
Rechte Maustaste5400 Klicks
Mittlere Maustaste0 Klicks
Daumentasten0 Klicks
Gesamt5590 Klicks

Die Bewegungsdistanz stieg um 21 Meter an.

Man kann jetzt also die Mittelwerte in einem Spiel berechnen. Ich klickte meine Maus in den 40 Minuten 5590 Mal, das bedeutet 140 Mal pro Minute oder je 429 Millisekunden einmal. In einer Minute bewege ich meine Maus im durchschnittlich 53 cm weit.

Wenn wir nun mit diesen Werten gerüstet die Statistik ansehen, dann könnten die gesamten Mausklicks in nur 222 Spielen angesammelt werden, also nicht ganz jeden Tag eines.

Eine weitere Statistik zeigt aber, dass eher selten gespielt wurde:

Wenn ich mehr zocken würde, wäre der Anteil an Rechtsklicks wohl deutlich höher.

Ich hoffe nun also, dass meine Maus noch viele Millionen Klicks durchhält, und vielleicht denke ich daran, diesen Blogeintrag bei 10 Millionen Klicks zu aktualisieren. Wenn es so weiter geht, wie bisher, wird das am 15. März 2019 erfolgen.

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Smart Fortwo Electric Drive: Erster Eindruck und Testfahrt

23.06.2014, 10:19
E-Smart testen

E-Smart testen

Ich habe mich spontan entschieden, einmal ein Elektroauto Probe zu fahren. Da das Öl langsam zur Neige geht, aber Sonne und Wind weiter scheinen und wehen, werden Elektroautos sich wohl immer weiter durchsetzen. Am 20. Juni 2014 war es nun soweit: Ich bin zum ersten Mal ein Kfz mit Elektromotor und Akku gefahren.

Die Entscheidung fiel recht spontan: Smart hatte am Würzburger Marktplatz im Rahmen des smart Probefahrtevents 2014 einen Stand aufgebaut, und in der Marktgarage standen ein paar der Autochen für Probefahrten bereit: 20 Minuten pro Person, einfach nur Ausweis und Führerschein vorzeigen, auf dem iPad unterschrieben und es kann los gehen.

Das Einsteigen ähnelt Körper-Origami, aber wenn man erst einmal sitzt, fühlt man sich wie in einem geräumigen Auto. Dass hinter mir keine weiteren Sitze und 220 l Kofferraum, ist mir erst beim Aussteigen richtig bewusst geworden.

Trotz der unkonventionellen Antriebsart, kommt man sofort zurecht, wenn man einmal mit Automatik-Getriebe gefahren ist. Das einzige, was mir der Smart-Mitarbeiter erklären musste, war: Die Tankanzeige in Litern wird durch eine prozentuale Akku-Anzeige ersetzt und der Drehzahlmesser durch eine Leistungs-Uhr. Sie zeigt auch an, wenn der Akku durch Rollen geladen wird.

Das rückwärts Ausparken waren dann meine ersten Meter im Elektroauto. Wobei ich hier noch etwas davon abgelenkt war, dass die B-Säule so dick ist, dass ganze Personen aus dem Blickfeld verschwinden können. Was allerdings absolut ungewohnt war: Beim Anfahren macht das Auto nicht das geringste Geräusch, man rollt einfach langsam los. Man könnte meine, man schwebt los.

Bei den ersten Fahrmanövern im Parkhaus hatte ich überhaupt keine Probleme mit der Steuerung. Im Gegensatz zu Tesla und BMW i3 gibt es beim Smart etwas wie Standgas, man fährt also, wie beim klassischen Automatik, bereits langsam an, wenn man von der Bremse geht.

Endlich am Tageslicht konnte ich das E-Mobil zunächst im Stadtverkehr testen. Tritt man das Gaspedal auf den Boden, summt der Elektromotor los, erst etwas tiefer, dann immer höher. In wenigen Sekunden ist man bei 50 km/h, begleitet von einem dezenten und futuristischen Motorgeräusch. Das laute Aufheulen des Motors und mühsames Einkuppeln und Schalten entfällt. Und wenn der Strom aus regenerativen Energien kommt, hat man auch kein schlechtes Gewissen, wenn man etwas sportlicher fährt.

»Jede Menge Fahrspaß – aber kein Gramm CO2 während der Fahrt«
Aus der Info-Broschüre zum smart fortwo electric drive

Trotz der schnellen Beschleunigung kommt aber eher Carrera-Bahn-Fahrspaß auf: Die hohe Bauform macht das Kurven-Fahren unangenehm und es fehlt einfach das Rattern und Knattern des Benziners. Hier machen die kleinen Schwächen und Unbequemlichkeiten des Ottos den Charme gegenüber dem steril-monotonen Elektro aus – es gibt z.B. keinen Auspuff. Ich muss den Tacho im Auge behalten, damit ich nicht zu schnell fahre, denn das Gehör bietet hier kaum einen Anhaltspunkt. Die Akustik eines Wagens macht doch viel aus. Später auf der Überlandfahrt tritt eine weitere Spaßbremse zu Tage: Bei 125 km/h ist Schluss und mangels Fahrgeräuschen sind hohe Geschwindigkeiten ungefähr so aufregend, wie im ICE zu sitzen. Das Fahrgefühl dümpelt irgendwo zwischen Kart und Straßenbahn.

Aber es geht ja nicht primär um Fahrspaß. Es ist eben doch ein geschlossener, fahrbarer Untersatz. Im Gegensatz zum Fahrrad wird man nicht nass und verschwitzt, kann Radio hören und die Heizung aufdrehen. Gerade bei schlechtem Wetter oder mittleren Entfernungen zwischen 20-50 km deutlich angenehmer als das Fahrrad. Wegen der kleinen Reichweite von bis zu 145 km taugt der Smart aber nicht als Reisemobil und damit für viele wohl maximal als Zweitwagen. Und Kleinststrecken in der Stadt werden wegen der lästigen Parkplatz-Suche oft uninteressant. Das Revier des Smart ist also die Großstadt.

Jeder Testfahrer erhielt das nötige Infomaterial – inklusive Preisliste.

Jeder Testfahrer erhielt das nötige Infomaterial – inklusive Preisliste.

Am liebsten hätte ich den Kleinwagen überhaupt nicht zurück gegeben. Vom Kauf halten mich persönlich aber zwei Punkte ab: Zum einen der Preis. Mit 18910€ Neupreis und weiteren monatlichen 65€ Akkumiete (inkl. Batterie kaufen: 19899,16€) ist das Elektroauto etwa doppelt so teuer, wie ein Benziner. Da ich nur sehr selten überhaupt Auto fahre, übersteigt allein die Akkumiete meine üblichen monatlichen Tankkosten deutlich. Hätte ich kein Auto, wäre Taxi fahren mitunter wirtschaftlicher. Der Preis für die Akkuladung mit 15 kWh ist im Vergleich zum Benzin aber wirklich zu vernachlässigen. bei häufiger Benutzung, also einer Fahrleistung von mehr als rund einhunderttausend Kilometern1), amortisiert sich dadurch der höhere Kaufpreis.

Zum anderen hält mich die Größe vom Kauf ab, der Smart hat nur zwei Sitze. Wenn ich überhaupt ins Auto steige, dann meistens, weil ich noch mit anderen Personen zusammen fahre, oder größeres Transportieren muss. Beides ist im Smart nicht möglich.

Die Fahrt hat mir großen Spaß gemacht, und mir sämtliche Bedenken zu Elektroautos genommen. Der Smart Fortwo Electric Drive ist für mich trotzdem eher so etwas wie ein sehr teures Schlechtwetter-Fahrrad.

Die Zugehörige Rechnung ist: (Kaufpreis E-Mobil [€] - Kaufpreis Benziner [€]) / (Benzinverbrauch [l/100km] * Benzinpreis [€/l] / 100 - Strom Akkuladung [kWh] * Preis Kilowattsunde [€/kWh] / Reichweite [km]) = (19899,16-13095)/(5,2*1,60/100-15*0,20/130) = 113170 Kilometer, bis sich das Elektroauto durch gesparte Benzinkosten rentiert. In der Praxis kommen natürlich noch andere Faktoren hinzu.

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