Bernhard Häussner

Compiz Fusion Update

01.11.2008, 15:02

Am Donnerstag war es mal wieder so weit: Alle Software wieder auf den neuesten Stand bringen. Spektakulärer als die Updates von GIMP, Blender, kernel, nVidia-Treiber, OpenOffice 3 und Firefox war auf jeden Fall Compiz mit seinen neuen Effekten:

Gleich beim ersten Mausschubbser merkt man, dass sich die Performance deutlich verbesset hat. Könnte natürlich auch daran liegen, dass ich meien Graphiktreiber von 100.~ auf 173.~ geupdated habe. Wie auch immer: Während sich vorher der Cube schon bei aktivierter Transparenz mit einer gefühlten Framerate von um die 20fps bewegt hat, muss mann nun den Gauss-Weichzeichner ordentlich hochdrehen um an ähnliche un-Sanftheiten zu kommen.

Achja, der Gauss-Weichzeichner ist (zumindest für mich) auch neu. Die transparenten Titelleisten der Fenster sind jetzt also „blury“. Doch damit nicht genug. Das Terminal urxvt (über YAST2 installierbar) kann, im Gegensatz zu konsole, dem Windowmanager eine RGBA-Farbe als Hintergrund weitergeben. Dann stellt man nur noch in Compiz ein, dass entsprechende Fenster ihre Hintermänner bluren sollen und schon hat man ein optisch äußerst ansprechendes Milchglas-Terminal. Man kann sogar die Schrift etwas schönen und den hässlichen Rahmen entfernen und fasst dann die Konfiguration in diesem Aufruf zusammen:

urxvt -g 125x30 +sb -depth 32 -fg black -bg rgba:9999/9999/9999/9999 -T 'blurry urxvt' -fn 'xft:DejaVu Sans Mono-11:dpi=81' -b 0

Ein bisschen rückständig ist nur der neue Konfigurator (CCSM). Um es n00bies einfacher zu machen, das Ganze zu konfigurieren, kann man jetzt zwar einfach, aber nicht mehr so flexibel konfigurieren. Alle Aktionen lassen sich jetzt nur entweder mit der Tastatur, der Maus, oder Bildschirmecken initiieren. Das bedeutete für mich, das ich leider meine frühere (tolle) Konfiguration aufgeben musste. Damals konnte ich mit der Maus in die untere linke/rechte Bildschirmecken fahren, und die Arbeitsfläche hat nach links/rechts gewechselt. Jetzt wechsle ich die Arbeitsflächen, indem ich am Bildschirmrand scrolle. Das hat zwar den Vorteil, dass man schneller umkehren kann, wenn man zu weit gewechselt hat (ist mir früher oft passiert, dann musste ich nochmal um den ganzen Cube wandern), aber leider ist das mit der Richtung nicht so intuitiv, schließlich kann ich nicht seitlich scrollen.

Ein richtig neues Feature dürfte die Würfel-Deformation sein. Da fragt man sich wirklich warum das Teil noch Würfel heißt. Anfangs hatte er immer 6 Seiten. Bei mir haben die 4 Desktops aber nie gereicht, deshalb hatte ich traditionell ein Prisma mit 5 Desktops. Außerdem waren ja wohl die Seitenlängen nie gleich lang, allein wegen des Bildformats des Monitors (16:10).

Jetzt kommt noch erschwerend hinzu, dass es mit dem neuen Plugin möglich ist, den Würfel beim Drehen in einen Zylinder oder eine Späre zu pressen. Der Zylinder ist eigentlich ganz hübsch, deswegen bei mir jetzt auch Standard. Mit der Späre konnte ich mich nicht so anfreunden. Sieht zwar wirklich mega-futuristisch aus, aber passt eben nicht so wirklich mit den rechteckigen Fenstern und Desktops zusammen.

Naja, immerhin fällt beim fröhlichen Rotieren auch ein weiterer neuer Effekt auf: Die schwebenden Fenster. Während man den Würfel dreht, kleben die Fenster nicht, wie früher, platt am „Würfel“, sondern biegen sich nun in einiger Entfernung um z.B. die Späre. Damit kann man auch besser versteckte Fenster erahnen.

Eigentlich habe ich mir vom Compiz-Update kaum etwas erhofft, doch meine Erwartungen wurden mal wieder übertroffen und die Zylinder-Verformung ist hübscher als ich dachte.

Noch ein kleiner Tipp: In der neuen Version hat Compiz seinen eigenen Screenshot-Event auf die Taste „Drucken“ gelegt, und überschriebt damit manchmal die Standardeinstellung von KDE mit gnome-screenshot, was normal auf KDE-Systemen nicht installiert ist. Damit man in KDE wieder auf Knopfdruck Screenshots machen kann, einfach unter General Options > Commands > Screenshot commands bei Screenshot command line folgendes eingeben: ksnapshot und bei Windows screenshot command line muss ksnapshot -c stehen. Dann sollte alles wie gewohnt klappen.

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