Bernhard Häussner

Howto: Processing.org API lernen

15.05.2010, 23:44
Mein erster Processing-Screenshot

Mein erster Processing-Screenshot

Ich habe am 20. Mai 2009, etwa vor einem Jahr, meine ersten paar Processing-Versuche gemacht, und die Sachen aus dem ersten Blogeintrag zum Thema sind in mehreren Stunden am 21. entstanden. Vieles andere, das ich bisher mit Processing gemacht habe, ist dann in den Tagen darauf entstanden, ich konnte wirklich schnell interessante Dinge machen.

Davids Kommentar hat mich dazu veranlasst, ein bisschen zu überlegen, wie ich Processing.org eigentlich gelernt habe. Aus meiner Antwort habe ich jetzt einen Blogeintrag gemacht, der darstellt, wie ich mich an Processing herangetastet habe und auch anderen helfen soll, den Einstieg in die Processing-API zu erleichtern. Vielleicht lassen sich die Grundlegenden Schritte sogar zum Erlernen einer jeden Programmiersprache benützen.

Schritt 1: Basiswissen, Konzepte verstehen

Zunächst habe ich im „offiziellen“ Lernbereich das „Getting Started“ durchgemacht. Danach kann man noch die Tutorials zu Color usw. kurz überfliegen, Trigonometrie und Vektoren kann man sich wohl fast sparen, dabei es kommt auch stark darauf an, wie sehr man mit diesen mathematischen Grundlagen von Anderem vertraut ist.

Ich weiß nicht, ob es gut ist, Processing als aller erste Programmiersprache zu lernen. Sicherlich motivierend ist, dass die ersten Programme ansehnlichere Dinge Produzieren, als ein „Hello World“ oder ein abstraktes Fantasie-Auto, das angeblich beschleunigen und bremsen kann. Hier empfiehlt es sich dann vielleicht doch ein ausführliches Buch zu kaufen.

Es ist sicher hilfreich, wenn man schon ein bisschen in Java oder ähnliches (PHP, JS...) reingeschnuppert hat, dann kennt man die Kontrollstrukturen (Wenndann, Schleifen usw.) grob; Man muss dann beachten, dass Processing vieles vereinfacht. Zu dem Thema findet man unter "Control" in der API-Doc manches. Man kann natürlich auch herumprobieren...

Schritt 2: Herumprobieren, Wissen vertiefen, Orientieren, Inspiration

Mit dem Basiswissen habe ich dann ein paar rudimentäre Spielereien gemacht.

Wenn man dann etwas in den grundlegenden Konzepten drinnen ist (z.B. was macht draw() usw.), sind die mitgelieferten Beispiele wirklich sehr praktisch, da lernt man die Möglichkeiten sehr gut kennen und das Wissen wird vertieft. Außerdem klären sich einige übliche Einstiegsfragen ala „Wie macht man eigentlich ...?“. Bei interessanterem sollte man durchaus den Code genau lesen und verstehen. Ich habe dann immer schon die Beispiele leicht modifiziert, um zu sehen, ob auch alles so funktioniert, wie ich denke.

Ausgehend von den Beispiel-Sketches kann man dann die ersten eigenen Ideen verwirklichen. Außerdem sammelt sich langsam ein gewisser Code-Fundus an von Standard-Funktionen, die man immer wieder verwenden kann.

Schirtt 3: API nach Bedarf genauer studieren, Googeln

Im Folgenden schaut man wenn nötig immer in der API-Doc nach den Funktionen, die man benutzt. Praktischerweise heißen sie eigentlich immer so, dass man sie auch findet. Irgendwann kann man sich die Funktionsnamen und Parameter entweder merken, bzw. aus alten Sketches kopieren.

Wenn man nicht weiter kommt, hilft Google weiter, vor allem in Verbindung mit site:http://processing.org. Ausweichend kann man manchmal auch auch Java-Implementierungen zurückgreifen, zum Beispiel für Datenstrukturen mit Sortieren usw. oder für String-Operationen und was es eben nicht direkt in Processing gibt.

Schritt 4: Anderer Leute Code lesen

Wer immer noch wissbegierig ist, sollte durchaus über die Beispiele hinaus Code lesen. Oftmals ist der Quelltext von Processing-Applets, die man im Internet findet, verfügbar.

Ein für viele Arten von Animationen essentielles Tutorial ist das zu Partikelsystemen, wleches auch gleich noch ein paar OOP-Basics aufzeigt. Ich habe den Code dort zwar nie verwendet, weil ich meine Partikelklassen schon zusammen hatte, bevor ich das gefunden habe, aber so oder ähnlich implementiert man das eben.

Auch für einige Effekte sorgt additives überblenden mit OpenGL. Das ermöglicht das einfache Verwenden von Texturen und sorgt für eine interessante Optik.

... und dann heißt es wohl noch Üben. Ich hoffe also, dass diese kleine Liste jemanden weiter hilft.

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Kommentare

David Strohmayer meint: (#225)
23.05.2010, 02:01

SUPER, DANKE! :D
Das hab ich gebraucht. Bin gerade nicht mehr so oft im Netz von dem her, sorry dass ich den Beitrag erst jetzt lese aber hilft mir wirklich sehr! Weiter so.

Morgen setz ich mich dran :D






 
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